Nikolaus schlägt Santa Claus

Urberach (chz) ‐ „Santa Claus hat zu schweren Diskussionen in meiner Familie geführt, und nicht nur deshalb wird es nächstes Jahr wohl wieder der Nikolaus sein, der in Urberach die Kinder beglücken wird!“

Manfred Rädlein, Vorsitzender des Gewerbevereins Rödermark und lange Jahre in Amerika lebender „Global Player“, wollte eigentlich einen Schritt hin zur größeren weltweiten Anerkennung des in vielen Ländern bekannteren „Santa Claus“ machen, ale er ihn ausgerechnet am Nikolaustag nach Urberach auf den traditionellen Nikolausmarkt einlud.

Doch Rädlein hatte wohl nicht mit der Diskussionsfreude seiner „grunddeutschen Lebensgefährtin“, wie er selbst formulierte, sowie dem Protest zahlreicher Marktbesucher gerechnet, die dann doch lieber den tradierten Heiligen und Schutzpatron St. Nikolaus hier verwurzelt wissen wollen.

Leser diskutierten auf op-online.de

Die Diskussion und Fotos vom Nikolausmarkt finden Sie hier .

Doch nicht nur sie, sondern auch viele Leser reagierten auf op-online.de von amüsiert bis pikiert-verärgert auf die Urberacher Amerikanisierung und machten - auch im Rückblick auf den Halloween-Markt im Örtchen - kritische Einwürfe: „Sollte man dann nicht auch (. . .) den Nikolausmarkt in Santa Market umbenennen?“ Immer wieder kam die Verbindung des Santa Claus mit dessen „Erfinder“ Coca Cola ins online-Gespräch: „Er hat in Deutschland nichts verloren. Demnächst schwebt noch Mary Poppins über die Dächer von Urberach!“

Für ein Gedicht oder ein Lied war es den Kindern wohl zu feucht

Dabei gab sich der 624 Jahre alte ehrwürdige Geselle am Wochenende weit weniger amerikanisch als sein Name vermuten ließ, und nur dem Wetter war‘s zu verdanken, dass Santa Claus alias Tom Utberg mit der Pferdekutsche statt mit dem Rentierschlitten auf den Häfnerplatz eingereist kam und sich auch rasch mit seinem engelsgleichen Gefolge in seinen prächtigen roten Samtsessel unters schützende Bühnendach verzog. Dort bescherte er die Kinder mit appetitlich frischen Weckmännern und vorher bereits von den Eltern abgegebenen Geschenken. Für ein Gedicht oder ein Lied war es den Kindern wohl zu feucht, aber das Schlangestehen machte ihnen nichts aus. Gewerbevereinschef Manfred Rädlein bedauerte Marktbeschicker wie Besucher gleichermaßen wegen des schlechten Wetters, nahm‘s letztlich aber gelassen: „Die Natur hat nun mal das letzte Wort!“

Quelle: op-online.de

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