Idyllischer Nikolausmarkt bei traumhaftem Winterwetter

Selbst Gemachtes im Mittelpunkt

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Die „Gralsritter“ boten an mehreren Hütten rund um die Galluskirche Selbstgebasteltes und heiße Getränke an.

Urberach - Frischer Schnee und angenehme Kälte sind der Traum jedes Adventsmarkt-Organisators. Für den KSV-Vorsitzenden Werner Popp, Ersten Stadtrat Alexander Sturm und ihr kleines Organisationsteam wurde dieser Traum beim Urberacher Nikolausmarkt wahr.

Das pünktlich einsetzende Winterwetter brachte allerlei spontane Änderungen mit sich. Die Marktbeschicker mussten sowohl für warmes Schuhwerk und kuschelige Kleidung sorgen als auch für einige wärmende Punkte auf dem Marktgelände. So war das lodernde Feuer der Pfadfinder ebenso beliebt wie jenes am KSV-Stand, an dem der Glühweintopf hing. Die zahlreichen Heizöfchen und Wärmepilze sorgten schon mal für eine Netzüberlastung und damit für kurzzeitige Dunkelheit an manchen Ständen. Aber welchen Marktbummler stört das, solange er ein duftendes heißes Getränk in der einen Hand und eine Bratwurst in der anderen hat und sich mit anderen Besuchern unterhält.

Motto „selbst gemacht“

Der kleine Nikolausmarkt lebte tatsächlich vom Motto „selbst gemacht“ – das gab ihm auch seinen reizvollen Charme. Ähnlich dem Treiben auf dem Dinjerhof am Wochenende zuvor in Ober-Roden waren die Menschen überall da, wo es Originelles und vor allem Selbstgemachtes gab: so etwa bei der Urberacherin Claudia Breitfelder mit ihren originellen Filzgewändern für Kleine und Große, handgestrickten Socken, selbstgenähten Taschen und vielem mehr. Oder bei der freien Künstlerin Sonja Schreiber aus Urberach mit ihren „Sockenflaschen“ für warme und kalte Getränke mit dem passenden „Sockentee“, der auch noch eine kleine selbst erlebte Geschichte mit auf den Weg bekam.

Gutes Beispiel für die Stände, an denen Urberacher Bürger ihre liebevoll handgearbeiteten Waren feilboten: die Näh- und Strickwaren von Claudia Breitfelder (rechts) und ihrem Team.

Ob Kordel-Christbaumkugeln jeder Größe auf Bestellung oder „Galluströpfchen“ am Stand der Gallusgemeinde, ob kleine Feuer-Anzündepäckchen oder aus Verpackungsmüll hergestellte Objekte bei der Freien evangelischen Gemeinde und ihren Pfadfindern – Handgemachtes war Trumpf und wurde auch gerne gegen bare Münze erstanden.

Beim Stamm der Urberacher Gralsritter konnte man wieder das Gewicht des großen Schokoladen-Nikolauses schätzen: „Ich habe keine Ahnung, aber mein Mann hat gerade 2 680 Gramm geschätzt“, verriet eine ältere Dame am Stand. Neben vielen Hobby-Kunsthandwerkern beteiligte sich der Deutsche Kinderschutzbund ebenso wie zahlreiche Sponsoren, die den Markt unterstützten wie etwa die Firma Kreis. Mit der Parole „Stadtbus statt Socken“ machte der Stadtbus auf sich aufmerksam, der Sonderfahrten fuhr.

Über all den extra aufgestellten Tannen und Fichten, die eine heimelige Atmosphäre verbreiteten, wehten von der Bühne herab adventliche Lieder weit über den Gallusplatz und in den Häfnerplatz hinein. Die Jugend des Musikvereins 06 Urberach musizierte unter Leitung von Melanie Pranieß. Nach dem Lichtergottesdienst trat „Spirit of Music“ auf. Die ansonsten doch eher mit anderer Musik verbundenen Drums ’n Buggles hatten eigens schwungvolle adventliche Hits einstudiert. Und wer genau hinschaute, entdeckte zwischen all dem Trubel auch den heiligen Nikolaus alias Peter Knapp, der als Bischof seine Kreise unterhalb der Galluskirche zog und sich über das viele Volk zu Füßen der Kirche freute – es war ja schließlich auch sein Markt.

chz

Quelle: op-online.de

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