Noch viel Wirrwarr ums Bildungspaket

Rödermark (lö) - Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) preist das Bildungspaket für bedürftige Kinder als großen Wurf gegen soziale Ausgrenzung. Doch vor Ort weiß man mit den Vorgaben aus Berlin noch nichts anzufangen.

Diese Erfahrung macht zum Beispiel die Stadtverordnetenversammlung, die seit August vorigen Jahres einen CDU-Antrag zur Einführung von Bildungs-Chipkarten vor sich her schiebt.

Vereine, die Kinder aus Hartz-IV-Familien die Teilnahme am Fußballtraining, Turnstunden und Orchesterproben ermöglichen wollen, fühlen sich schlecht informiert. Hans-Dieter Scharfenberg vom Vorstand der Turngemeinde Ober-Roden musste zum Beispiel lange suchen, bis er wusste, ob und unter welchen Bedingungen das Sozialamt die Mitgliedsbeiträge bedürftiger Kinder und Jugendlicher bezahlt: Auf Antrag der betroffenen Familien erstattet der Kreis dem Verein den Jahresbeitrag. Ganze vier Familien nutzen laut Scharfenberg bislang diese Möglichkeit.

Norbert Eyßen, Geschäftsführer der Turnerschaft Ober-Roden, weiß nur von einem Kind, dessen Mitgliedsbeitrag vom Sozialamt übernommen wird.

Dabei dürfte auch im wohlhabenden Rödermark die Zahl der Familien, die das Geld für Sport oder Musik zusammenkratzen müssen, in die Hunderte gehen.

TGO-Sprecher Scharfenberg bietet Eltern, die Hilfe beim Ausfüllen der Anträge brauchen, seine Unterstützung an: Tel.: 0151 58564291. Die Zeit drängt, denn die Anmeldefrist fürs Bildungspaket endet am 30. Juni.

Der BSC lässt die eher halbherzigen Angebote der Behörden links liegen. Pro Jahr erlässt er zwischen fünf und zehn jungen Handballern aus sozial schwachen Familien die Beiträge, erläuterte Vorsitzender Martin Hofmann gegenüber unserer Zeitung.

Quelle: op-online.de

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