Notfalls Container für die Kinder

Rödermark - (ey) 2007 hatte der Bundestag beschlossen, dass mittelfristig für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Platz in einer Tagesstätte oder bei einer Tageseinrichtung zur Verfügung stehen muss.

Ganz abgesehen von diesen gesetzlichen Vorgaben, die bis spätestens 2013 umzusetzen sind, suchen bereits jetzt in Rödermark immer mehr Eltern vor dem Eintritt in den Regelkindergarten einen Betreuungsplatz für ihr Kleinkind.

Das Angebot von Stadt und freien Trägern deckt diesen Bedarf derzeit bei weitem nicht ab. Ähnlich sieht es bei den Betreuungsplätzen für Grundschüler in den Nachmittagsstunden aus.

Dass es keine einfache Aufgabe ist, hier für Abhilfe zu sorgen, wurde am Montag in der Sitzung des Ausschusses Familie, Soziales und Kultur deutlich. So möchte die Stadt pünktlich zum neuen Schuljahr 70 weitere Betreuungsplätze für Grundschüler in Ober-Roden schaffen.

Rund 50 Plätze sind nach Auskunft von Bürgermeister Roland Kern bislang gesichert. Zwar ist Kern optimistisch, dass es auch mit den restlichen 20 klappt. Allerdings stoße man immer wieder auf Probleme. So verweigere der Kreis Offenbach in einigen Einrichtungen, wie etwa der Kita Potsdamer Straße, die Betriebsgenehmigung für eine Vergrößerung des Betreuungsangebotes.

Sollten die versprochenen 70 Betreuungsplätze nicht durch bestehende Einrichtungen abgefangen werden können, sei, so Kern, auch eine Lösung mit provisorischen Containern auf dem Schulhof denkbar.

Bei Eltern herrscht mitunter Skepsis, dass es mit den versprochenen 70 Betreuungsplätzen bis zum Beginn des neuen Schuljahres klappt. „Da glaube ich nicht so recht dran, die Zeit doch recht kurz“, sagt Petra Waldschmidt aus Waldacker, die mit weiteren Müttern die Ausschusssitzung verfolgte.

Ende August wird Petra Waldschmidts sechsjährige Tochter Lea eingeschult. Für die Nachmittagsbetreuung wünscht sich die berufstätige Mutter einen Platz in Waldacker.

„Erst heute Morgen habe ich vier Eltern getroffen, die sich auch ein Betreuungsangebot in Waldacker wünschen“, machte Waldschmidt am Tag nach der Ausschusssitzung deutlich, dass Bedarf besteht.

Da ein Betreuungsangebot für Schulkinder im Waldacker-Kindergarten aus Platzgründen nicht möglich ist, wäre ein Ausweichen in den Bürgertreff naheliegend. „Das wäre optimal, die Räumlichkeiten sind da“, so Waldschmidt.

In ihrem Antrag für die Mai-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung fordert die Andere Liste den Magistrat auf, in den eigenen Einrichtungen nach Möglichkeiten für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren zu suchen, beziehungsweise mit den Kirchengemeinden und freien Trägern darüber zu verhandeln. Bis zur Verabschiedung des Haushalts 2009 solle der Magistrat mitteilen, wie viel Geld er dafür benötigt. Die Vertreter der CDU/FDP-Koalition im Ausschuss waren allerdings der Meinung, dass dieser Antrag überflüssig sei. Die Stadtverordnetenversammlung habe bereits vor über zwei Jahren mit den Stimmen aller Fraktionen dem Magistrat den Auftrag erteilt, die Vorgaben des Bundestagsbeschlusses umzusetzen, so die CDU-Stadtverordnete Mona Reusch. „Ich sehe mich in der Pflicht, ihnen bald eine Lösung zu präsentieren“, meinte Bürgermeister Roland Kern mit Blick auf ein Nachfolgeprojekt für das Urberacher Jugendzentrum. Derzeit favorisiert Kern die Errichtung eines provisorischen Baus auf dem Freizeitgelände hinter dem Badehaus.

Die CDU-Vertreter im Ausschuss sahen nicht nur den Standort mit Skepsis („Zu weit außerhalb“), sondern wünschten sich auch, dass vor der Umsetzung eines JUZ-Projektes eine Gesamtkonzeption der Kinder- und Jugendarbeit erstellt würde. „Sie hatten jetzt zwei Jahre Zeit. Das was vorliegt, ist nicht zufrieden stellend“, meinte der Ausschussvorsitzende Jörg Rotter (CDU) in Richtung Bürgermeister.

„Ein Gesamtkonzept ist schön und gut, aber ein Jugendzentrum in Urberach muss in jedem Konzept eine feste Größe sein“, entgegnete Kern.

Quelle: op-online.de

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