Die Nummer eins bei Öko-Energie?

Rödermark (lö) - Zuerst hauten sich die Fraktionen genüsslich die Fehler der Vergangenheit um die Ohren, dann beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig die Auflösung der IC Rödermark AG und die Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung.

Rödermark soll, so das ehrgeizige Ziel, bei Öko-Energie und effizientem Flächenmanagement die Nummer eins im Kreis werden. Eine Projektgruppe, der auch IC-Vorstand Norbert Rink angehört, soll in den kommenden Monaten Details ausarbeiten.

Diese Gruppe war’s letztlich, die einen Streit auslöste, in dem sich formale, inhaltliche und politische Aspekte überlagerten. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Junge fragte, was Rink darin zu suchen hätte. Schließlich wollten alle Parteien seinen teuren Arbeitsvertrag nicht mehr verlängern. Armin Lauer, ebenfalls SPD, ging in seiner Kritik noch einen Schritt weiter: „Mir dreht sich der Magen um!“ Noch vor einem Jahr habe die CDU Rink über den grünen Klee gelobt - schließlich war er ja ihr Bürgermeisterkandidat -, jetzt lasse sie ihn fallen.

Der Konter darauf kam vom neuen CDU-Koalitionspartner AL. Vor gut einen Jahr verlängerte der Aufsichtsrat der städtischen Aktiengesellschaft Rinks Vertrag bis Ende 2011, erinnerte Eckhard von der Lühe und hatte den Schuldigen ausgemacht: Ohne die Zustimmung der SPD wäre das nicht möglich gewesen.

Rivalisierende Anträge zusammenführen

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert und Bürgermeister Roland Kern (AL) forderten indes unisono, Rinks Fachwissen beim Umbau der Wirtschaftsförderung zu nutzen. Kern appellierte außerdem eindringlich, die rivalisierenden Anträge von SPD und Koalition zusammenzuführen: Denn in der Sache lägen sie ja eng beieinander. Das SPD-Papier sei bei der Auflösung der AG schlüssiger. Das von CDU und AL zeige klarer, wie Rödermark fit für die Zukunft gemacht werden kann.

Das sah auch auch Manfred Rädlein (Freie Wähler) so: „eine sehr gute Weichenstellung der Koalition“. Rödermarks neue Wirtschaftsförderung dürfe sich aber nicht nur auf Handwerker, Mittelständler und Dienstleister aus der Energiebranche konzentrieren, sondern müsse auch für leistungsfähige Kommunikationsnetze (Stichwort: Breitbandverkabelung) sorgen.

Dr. Rüdiger Werner (FDP) warnte vor übertriebenen Hoffnungen. Rödermark habe ansiedlungswilligen Firmen zwar Ideen, aber wenig Flächen zu bieten und konkurriere mit Kommunen, die reichlich Gewerbegebiete hätten. Und auch genug Geld, um Unternehmen mit einer zumindest befristeten Befreiung von der Gewerbesteuer zu locken.

Quelle: op-online.de

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