Neue Heimat auf altem Kirchengrundstück

Behindertenhilfe baut Wohnheim

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So präsentiert sich das Wohnheim von der Erikastraße aus. Die Behindertenhilfe hat das Grundstück von der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden in Erbpacht übernommen und Rödermark damit den Vorzug vor Egelsbach gegeben.

Ober-Roden - Die Behindertenhilfe will spätestens Anfang 2015 mit dem Bau ihres Wohnheims in der Erikastraße beginnen. Auf dem früheren Kirchengrundstück entstehen 18 Plätze für Menschen mit geistigem Handicap. Der Verein investiert 2,67 Millionen Euro.

Jürgen Großer, der Geschäftsführer der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach, erläuterte die Pläne bei einem Ortstermin mit der SPD. Auch einige Anwohner aus der Erikastraße und dem Azaleenweg informierten sich über den Stand der Dinge. Die Behindertenhilfe will innerhalb der nächsten sechs Wochen den Bauantrag stellen, Großer rechnet mit drei Monaten Genehmigungsverfahren. Je nach Wetter können die Bauarbeiten noch vor Weihnachten beginnen. Wahrscheinlich aber rollen die Bagger Anfang 2015 an. Im Frühjahr 2016 sollen die geistig behinderten Bewohner einziehen.

Auf dem 2200 Quadratmeter großen Gelände werden 18 Einzelzimmer und Ein-Personen-Appartements gebaut, dazu kommen zwei Zimmer für die Kurzzeitbetreuung. Die Wohnfläche beträgt 1250 Quadratmeter. Dennoch werden keine neuen Plätze im Kreis geschaffen. Zwölf Behinderte wohnen bisher in Langen, sechs in Dietzenbach. Dort gibt es aber nur Doppelzimmer, der Neubau in Ober-Roden soll Wohn- und Lebensqualität verbessern. Die Behindertenhilfe hat an neun Standorten 300 Wohnplätze. 12 bis 15 Betreuungs- und Servicekräfte kümmern sich dann um die Bewohner, von denen viele in den Hainbachtal-Werkstätten im Industriegebiet Ober-Roden arbeiten.

Spielplatz bleibt erhalten

Der rund 40 Meter lange zweigeschossige Neubau entsteht auf dem Bolzplatz des früheren Kirchengeländes in der Erikastraße. Befürchtungen der Nachbarn, wonach der davor liegende Spielplatz gänzlich wegfällt, trat Großer entgegen. „Der Spielplatz bleibt erhalten. Dies sei Teil der getroffenen Vereinbarung mit der Stadt.“ Kinder aus diesem Teil des Breidert haben weiterhin rund 500 Quadratmeter zum Toben. Anliegersorge Nummer zwei betrifft die Parkplätze. Doch auch da gibt es nach Ansicht Großers keinen Grund zur Sorge: Die Bewohner besitzen keine Autos, sondern werden mit Kleinbussen zur Arbeit in die Hainbachtal-Werkstätten gebracht. Parkplätze brauchen nur Betreuer, Hauswirtschaftskräfte und Lieferanten. Um eine ungehinderte Zufahrt zu ermöglichen, wird der Azaleenweg verbreitert. Die Finanzierung für das rund 2,67 Millionen Euro teure Objekt ist laut Großer gesichert.

Kinder können in der Erikastraße weiterhin schaukeln und rutschen. Die Behindertenhilfe erhält den Spielplatz und errichtet ihren Neubau auf dem hinteren Teil des Grundstücks, dem bisherigen Bolzplatz, erläuterte Geschäftsführer Jürgen Großer.  

Nach allen Zuschüssen von Landeswohlfahrtsverband und Sozialministerium muss die Behindertenhilfe 20 Prozent der Bausumme aus eigenen Mitteln aufbringen. Der Erhalt des Spielplatzes habe die Wohnanlage um mehrere zehntausend Euro verteuert, sagte Großer, ohne Einzelheiten zu nennen. Das Grundstück gehörte ursprünglich der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden, die dort in den siebziger Jahren ein zweites Gemeindehaus bauen wollte. Weil das nicht gebraucht wurde, legte die Stadt einen provisorischen Spiel- und Bolzplatz an. Der war aber so beliebt, dass die Anwohner auf die Barrikaden gingen, als die Kirchengemeinde 2007 ihr Grundstück für den Wohnungsbau verkaufen wollte. 2011 stellte die damalige Kooperation aus CDU und SPD die Weichen für dieses Projekt, erläuterte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Schultheis den politischen Hintergrund. Die neue Planung hat die Wogen offenbar geglättet. Beim Ortstermin gab"s keine kritischen Fragen, und ein Nachbar bot sofort seine Hilfe beim Gärtnern an.

(lö)

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Quelle: op-online.de

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