Breidert-Initiative macht mitten im Wald ein Versprechen wahr

Aus dem „Bernsche“ fließt endlich Apfelwein

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Unermüdlich zapfte Dieter Müller am „Braaret-Bernsche“ ein Glas nach dem anderen: Wie einst versprochen, gab es Äppler, pur oder mit Brunnenwasser gespritzt.

Ober-Roden - Wohl kaum jemand hat es so recht geglaubt, als die Initiative „Wir sind Breidert“ und hier vor allem ihre optimistischen Vorkämpfer Karlheinz Weber und Heinz Weber im Oktober 2011, also vor ziemlich genau sechs Jahren, begann sich mit dem „Braaret-Bernsche“ auseinanderzusetzen.

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Mit der Theorie begann auch die praktische Arbeit. Fleißige Helfer fingen an, den kleinen Brunnen wieder frei zu legen und zu restaurieren und das Umfeld zu verschönern. „Wir haben viel gearbeitet, auch heftige Rückschläge einstecken müssen, aber wir haben nie aufgegeben“, zog Karlheinz Weber Bilanz. Und es wurde wirklich viel gearbeitet, aber auch gefeiert, Bier getrunken und Mettbrötchen gegessen, um die von den Kerbborsche 1982/83 begonnene Restaurierung und die Hoffnung „Da muss wieder Wasser fließen“ tatsächlich umzusetzen.

Jetzt ist es soweit: 50 Jahre war das „Bernsche“ trocken, nun haben viele Bittrufe das Wasser zum Fließen gebracht: „Waldgeister, Waldgeister schrum-schrum-schrumm, gebt das Wasser frei!“ schallte es im Breidert-Wald aus rund 150 Kehlen beim Einweihungsfest, und das half. Augenblicklich konnte „Zapfmeister“ Dieter Müller nicht nur das fließende Nass aus dem Innersten des Brunnens in Gläser füllen. Er zapfte auch - hier ist das eigentliche Wunder - den versprochenen Äppler aus einem weiteren Hahn.

Natürlich war"s kein Wunder, sondern eher die Technik eines gut nachfüllbaren Innenlebens im Brunnenschacht. Die reife Leistung verdient trotzdem Respekt. Für ihre Hilfe wurden mit den ersten beiden Gerippten voll echtem „Braaret“-Gespritztem - stellvertretend für viele andere Helfer und Sponsoren - Karl Gotta und Karlo Rebel geehrt und mit der Urkunde zum „Ehrenpaten des Braaret-Bersche“ ausgezeichnet. Ohne deren Einsatz, Motivation und Arbeit, aber auch materielle und finanzielle Unterstützung gäbe es das „Bernsche“ in der heutigen Form nicht.

Ein besonderes Geschenk, das gegen eine Spende auch weiterhin bei der Initiative – etwa als Weihnachtsgeschenk - zu erwerben ist, gab es obendrein für die Sponsoren: eine edel verpackte Abfüllung von originalem „Braaret-Wasser“ und „dem Glückssand vom Boden des Braaret-Bernsches“. Beides ist auch im fortgeschrittenen Lebensalter förderlich für Gesundheit und Libido, versprach Karlheinz Weber den Besuchern des Waldfestes.

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Ebenso herzlich beklatscht wurde Bänkelsänger Wolfgang Seitz, der mit seiner Gitarre und seiner unverwechselbaren Singstimme dem „Braaret-Bernsche-Lied“ noch eine neue Strophe gegönnt hat, mit dem durchaus hintersinnigen Ende: „…und vom Erlös der Quelle entsteht auf der Stelle eine neue Telefonzelle!“ Er meinte natürlich einen Ersatz für die vor wenigen Monaten zum zweiten Mal zerstörte Mini-Bibliothek am Ärztehaus.

Spätestens mit dem Lied war das Feiern mit Handkäs, Worscht, Weck und viel frisch gezapftem „Braaret“-Äppler eröffnet. Nur die Kinder hatten nicht so lange gewartet. Sie hatten schon während der Reden das sprudelnde de Wasser genutzt und die ersten kleinen Staudämme gebaut. (chz)

Quelle: op-online.de

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