Mehr als Leihstelle für Literatur

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Für den Volksmund war von Anfang an klar: Die Stadtbücherei heißt wegen ihres Anbaus Bücherturm. Bernhard Nowak und Gerda Heimberger präsentieren davor einen Teil der Ausstellung, mit der Rödermark den 20. Geburtstag seiner Bibliothek feiert. Sie wird morgen um 19.30 Uhr eröffnet und dokumentiert Wichtiges ebenso wie kuriose Randnotizen. 

Ober-Roden - Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre drückte ein kulturell, historisch und sozial bewandertes Trio - Erster Stadtrat Alfons Maurer, Archäologe Professor Egon Schallmayer, Architekt Siegbert Huther - dem Ober-Röder Ortskern seinen Stempel auf.Von Michael Löw

In dieser Zeit wurde auf dem Kirchhügel nach dem Kloster Rothaha gegraben und vor allem kräftig gebaut: Kinderhort, Kulturhalle, Bücherei.

Letztere öffnete ihre Drehtür am 3. April 1992. Die Investition von 5,6 Millionen Mark konnte sich Rödermark seinerzeit locker leisten.

Die Stadtbücherei war von Anfang an mehr als eine Leihstelle für Literatur. Maurers Wunsch, sie möge ein Ort der Kommunikation für alle Bürger sein, ging schneller in Erfüllung als gedacht. Kinder und Jugendliche treffen sich zum Spielen und Lernen, Rentner plaudern bei der Zeitungslektüre im Lesecafé, Mütter mit Kleinkindern stöbern im großen Fundus der Bilderbücher. Mehrere Computer ermöglichen die Recherche im Internet.

Wichtiger Partner bei der Leseförderung

Zeitweise diente der Bücherturm als Behelfs-Jugendtreff. „Das ging nicht immer ohne Konflikte ab“, umschreibt Bibliotheksleiterin Brigitte Stenske vorsichtig, was sich damals zwischen quirligen JUZ-Besuchern und auf Ruhe bedachten Lesern abspielte. Kugelbahnturniere und ähnliche auf die jüngere Generation zugeschnittene Extras entschärften den Streit. Mitmach-Reihe, Vorlesenachmittage, Bastelstunden und Lesungen von Kinderbuchautoren komplettieren das Angebot.

Die Leser von morgen liegen den Bibliothekaren Brigitte Stenske, Bernhard Nowak und Gerda Heimberger sehr am Herzen. Für die Trinkbornschule ist die Bücherei ein ganz wichtiger Partner bei der Leseförderung. Die ersten und zweiten Klassen kommen drei Mal pro Jahr vorbei, das schreibt der Lehrplan verbindlich vor.

Vieles wäre ohne die ehrenamtlichen Helfer des Bücherei-Freundeskreises, des Vereins „Lesezeichen“, undenkbar. Lou Heinrich führte Schreib- und darstellende Kunst in der Aktion „Ein Buch für Rödermark“ zusammen. Mit der Ausstellung zu Uwe Timms „Am Beispiel meines Bruders“ schlug die Geburtsstunde der Künstlergruppe KiR. Bis dahin hatte Kulturamtsleiter Wolfgang Hitzel schon etliche Ausstellungen organisiert.

„Es war richtig und wichtig, den Menschen in unserer Stadt nicht nur eine Bücherei zu geben, sondern vielmehr eine kulturelle Begegnungsstätte zu schaffen“, würdigt Bürgermeister Roland Kern das Geburtstagskind.

Fakten zum Bücherturm

  • Als die Bücherei in den Neubau zog, tat sie dies mit einem Bestand von 18 .000 Medien: Kassetten, Kinder-, Jugend- und Sachbücher sowie Romane. Heute kann man dort 33 .000 Medien leihen.
  • Der Schwerpunkt liegt weiterhin bei Büchern. Doch CDs, Hörbücher, DVDs, Computersoftware und Zeitschriften machen schon 15 Prozent aus.
  • Im Jahr 2011 haben 2 240 Leser insgesamt 78.500 Bücher und elektronische Medien geliehen.
  • Seit 2010 können Büchereibenutzer auch digitale Medien über den Onleihe-Verbund Hessen herunterladen. Und seit einigen Monaten haben sie Zugriff auf wichtige Datenbanken des Informationsdienstleisters Munzinger.

Quelle: op-online.de

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