„Kulturhalle ist das Tor zur Fantasie!“

Endlisch-Musigg-Orchester begeistert mit Märchenmusik

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Konzentriert bei der Sache und von Kindern belagert: die Musikerinnen und Musiker von „Endlisch Musigg“. 

Endlisch Musigg vom Musikverein Viktoria 08 Ober-Roden in Ober-Roden haben pünktlich zur Adventszeit wieder ein großes und weithin beachtetes Konzert veranstaltet.

Ober-Roden – Was haben Esel, Hund, Katze und Hahn – zumindest in Bremen – gemeinsam? Sie möchten alle gerne ein Instrument erlernen und damit die Menschen und sich selbst erfreuen! Und wo wären sie da richtiger als bei den Endlisch-Musigg-Kollegen vom Musikverein Viktoria 08 Ober-Roden! Die haben nämlich auch alle erst etwas später ihr neues Talent entdeckt und umgesetzt, und heute sind sie so gut, alle Jahre wieder zur Adventszeit ein großes und weithin beachtetes Konzert aufzuführen. 

Endlisch Musigger – es ist also nie zu spät, ein Instrument zu erlernen. Das beweist dieses längst zum Kult gewordene Leuchtturmprojekt (wie es der Deutsche Musikrat bei einer Preisverleihung beschrieben hat), das Dirigent Andreas Zöller mit mittlerweile über 50 Musikerinnen und Musikern – durchwegs Seiteneinsteiger – ins Leben gerufen und in Rekordzeit zur Auftrittsreife gebracht hat. Neuster Beweis dafür: die aktuelle Märchenmusigg rund um die „Bremer Stadtmusigger“, ein musikalisches Erlebnis für die Menschen vor Ort; „kurzweilig, bildungsnah gleich unterhaltend“, wie es das Orchester beschreibt, bei dem die Kinder als Gäste direkt in die Geschichte mit einbezogen und „ganz natürlich an die Musik herangeführt werden“. Das wiederum muss dann vom Orchester auch ausgehalten werden: etwa die zahllosen Kastagnetten, die den Kindern schon am Eingang zur Unterstützung bei bestimmten Passagen überreicht wurden, die aber ihre Faszination auch an den eher unpassenden Stellen erklappern ließen...

200 Jahre Grimm-Märchen – Anlass genug, mit einem wunderbaren und an manchen Stellen sehr berührenden Märchenerzähler Jürgen Fritsche (von dem es zahlreiche Hörbücher gibt) sowie vier zwischen zehn und zwölf Jahren jungen Tänzerinnen der Dietzenbacher Ballett-Schule Sim Aktel das bekannte Märchen in leichter selbst gestalteter Anpassung an die Gegenwart aufzuführen. Wie schon in der Ouvertüre „Die Hexe und die Heilige“ untermalte das Orchester die verschiedenen Handlungsstränge mit typischen Instrumenten und Klangfolgen, die den Zuhörern das Erleben noch besser verständlich machten. Nicht nur die Kinder, die allesamt die Bühne umlagern durften, hingen gebannt mit Augen und Ohren an den jungen Tänzerinnen und an dem geheimnisvollen Sprecher. Wie so oft wurde dabei fast der harte Kern des Stückes unterschätzt: Die gut 50 Musiggerinnen und Musigger, die sich mit einer besonderen Ouvertüre, einem Tongedicht rund um die Hexenverfolgung des Mittelalters, ins Geschehen brachten und abschließend mit allen Kindern mit Zuckowski-Liedern und auch solo mit einem Weihnachtsliederblock ihr Können präsentierten: Santa Claus is Coming to Town! Es kann Weihnachten werden – Endlisch Musigg hat die Zeit dieses Zaubers durchaus berührend eröffnet.

Übrigens zum Vormerken: nächstes Jahr gibt’s dann – wie immer im Wechsel – wieder eine Konzertparty mit dem Endlisch-Musikgg-Orchester – und das am 28. November 2020.

VON CHRISTINE ZIESECKE

Quelle: op-online.de

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