„Dinjerhof“

Erst die Kuh und dann die Schuh"

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Mut zur schrillen Mode: Die „Freunde im Dinjerhof“ sind stolze Besitzer einer Nina Hagen-Kollektion, deren Kleider, Hütchen und High Heels sie zugunsten Rödermärker Flüchtlinge versteigern dürfen. Passieren soll"s am Freitag beim Weinabend.

Nina Hagens Kuh-Skulptur ist aus dem „Dinjerhof“ verschwunden. Jetzt stapeln sich High Heels und schrille Kleider, die die Sängerin auf der Bühne trug, in der Scheune. Was hat"s damit auf sich?

Ober-Roden – Sängerin Nina Hagen, einst Vorreiterin der Neuen Deutschen Welle und inzwischen bekennende Punkrockerin, hinterlässt immer mehr Spuren im „Dinjerhof“. Die von ihr handsignierte Kuh-Skulptur, die dort im Februar eine Bleibe fand, ist zu einer Schönheitskur abtransportiert worden. Als Ersatz hat Nina Hagen zwei große Pakete mit ihren wie sie sagt „schnuckeligsten Bühnen-Outfits“nach Ober-Roden geschickt.

Unter großem „Hallo!“ probierten die „Freunde im Dinjerhof“ knallige Kleider, punkigen Haarschmuck, aufwendige Accessoires und Schuhen mit Mega-Absätzen an. Der Verein will sie bei seinem Weinabend am Freitag, 7. Juni, (ab 18 Uhr) präsentieren und am 30. Juni beim Markttag „Midde noi“ zugunsten des Flüchtlings-Netzwerks Rödermark versteigern. Hausherr Wilhelm Schöneberger sucht nun mutige Models, die am Freitag im Nina Hagen-Look über den improvisierten Laufsteg wandeln. Die Damen müssen Kleidergröße M, Schuhgröße 38/39 und eine Portion Freude an der Selbstdarstellung haben. Denn sie werden fotografiert.

Beim Weinabend in der Pfarrgasse gibt es Livemusik, allerdings keinen Punk à la Nina Hagen. Am Freitag kommt die Eppertshäuser Folkformation „Saytensprung“ mit ihrem deutsch-irischen Folk. Die denkmalgeschützte Hofreite sei wie geschaffen für den Musikstil der Gruppe, versprechen die „Freunde im Dinjerhof“. Historische Handwerker- und Bauernlieder, Landsknechts- und Liebeslieder, Protestlieder gegen die Obrigkeit gehören ebenso zum Repertoire wie zarte Balladen und deftige Trinklieder.

Für das leibliche Wohl in fester und flüssiger Konsistenz werde ausreichend vorgesorgt, versichern die „Dinjerhof“-Freunde.

VON MICHAEL LÖW

Quelle: op-online.de

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