Erstmals Zusammenarbeit mit externem Partner

Gebiet um den Festplatz aufwerten

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Auf dem Ober-Röder Festplatz wird schon lange nicht mehr gefeiert. Ein städtebauliches Konzept soll neues Leben in diese Ecke bringen.

Ober-Roden - Erstmals arbeitet die Stadt bei der Entwicklung eines Baugebiets - dem Festplatz Ober-Roden - mit einem externen Partner zusammen. Die Hessische Landgesellschaft (HLG) soll mit den Grundstücksbesitzern verhandeln, ob und zu welchen Preisen sie verkaufen.

Private und öffentliche Interessen auf einen Nenner zu bringen, ist bekanntlich die schwierigste Sache bei der Stadtentwicklung.

Was soll dort eigentlich passieren? Die schwarz-grüne Koalition hatte im Juni vorigen Jahres ein Konzept für den Festplatz, der ihrer Ansicht nach zum Feiern nicht mehr gebraucht wird, und seine Umgebung gefordert. Das knapp 30.000 Quadratmeter große Areal soll vielfältig genutzt werden, wobei CDU und AL Schwerpunkte auf Soziales und Ökologie setzten: Der Festplatz soll nicht länger eine triste Asphaltfläche sein, das Rodau-Ufer soll - möglichst in Form eines Parks - zur Verbindung zwischen Ort und Feld werden, der Magistrat soll Platz für Betreutes Wohnen oder ein Mehrgenerationenhaus schaffen, die Grundstücke im hinteren Bereich der Alfred-Delp-Straße sollen Bauplätze werden.

Möglicher Erlös soll Ortskern zugute kommen

Sollte die Stadt dabei Geld verdienen, soll der Erlös in die Aufwertung des Ortskerns gesteckt werden. Nach Ansicht der Koalition lässt sich"s auch zwischen Kulturhalle und Bücherturm gut feiern. Das Konzept wurde einstimmig angenommen.

Bürgermeister Roland Kern, Erster Stadtrat Jörg Rotter und Thomas Kron, der Leiter der Bauverwaltung, unterzeichneten einen Kooperationsvertrag mit der Hessischen Landgesellschaft, vertreten durch ihren Prokuristen Peter Eschenbacher (vorne links) und Projektleiter Robert Schütz (hinten links). 

Auch die Zusammenarbeit mit der HLG beruht auf einem einstimmigen Parlamentsbeschluss. Vorige Woche unterzeichneten Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Jörg Rotter eine Grundsatzvereinbarung mit der HLG zur so genannten Bodenbevorratung. Die staatliche Treuhandstelle kauft Grundstücke auf, entwickelt daraus Baugebiete und verkauft die fertigen Bauplätze - alles ohne Kosten für die Steuerzahler. Das Restrisiko: Die Stadt muss in die Bresche springen, falls die Grundstücke nach zehn Jahren immer noch nicht zu einem kostendeckenden Preis verkauft sind.

Konzept für mögliche Bebauung

Die HLG ist hessenweit Partner von rund 215 Kommunen bei der Entwicklung von Baugebieten, so auch in Rodgau und Langen. Das entlastet die Städte personell und finanziell.

Zur Entwicklung des Festplatzareals soll sie zunächst Gespräche mit den Grundstückseigentümern führen. Falls diese Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden können, soll die HLG in einem zweiten Schritt eine mögliche Bebauung konzipieren und einen Bebauungsplan aufstellen. Zum vereinbarten Aufgabenpaket gehört die Bodenordnung, Erschließung und Vermarktung der baureifen Grundstücke.

Die HLG berücksichtigt dabei die aktuellen Bodenrichtwerte für Rödermark. Das sind die Quadratmeterpreise, die im vorigen Jahr beim Verkauf vergleichbarer Grundstücke erzielt wurden.

Damit das erste gemeinsame Projekt von Stadt und HLG zum Erfolg wird, müssen allerdings alle Grundstücksbesitzer mitziehen.

(lö)

Quelle: op-online.de

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