Strom nur vom eigenen Kraftwerk

+
2 100 Quadratmeter groß ist die Photovoltaikanlage, die die Firma Köhl auf ihren Produktionshallen installieren ließ.

Ober-Roden (lö) - Der Sitzmöbelspezialist Köhl versorgt seine Gebäude komplett mit grüner Energie. Das Unternehmen hat eine zweite Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die auf einer Fläche von 2 100 Quadratmetern pro Jahr 100.000 Kilowattstunden (kwh) Ökostrom erzeugt.

Das Familienunternehmen hat in den vergangenen Jahren etwa eine Million Euro in die Energiewende investiert. Seit 2010 produziert die Köhl GmbH auf dem Verwaltungsgebäude eine 1 600 Quadratmeter große Anlage grüne Energie. Mit dem neuen Solarkraftwerk auf den Fertigungshallen kann sich das mittelständische Unternehmen nun zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgen, was eine Rarität in der deutschen Wirtschaft ist.

Geschäftsführer Thomas Köhl sagt zur Inbetriebnahme der zweiten Photovoltaik-Anlage: „Das ist ein Meilenstein in der Firmengeschichte. Schon lange geht es bei uns nicht nur um ökonomische, sondern auch um ökologische und soziale Belange. Nachhaltiges Wirtschaften hat einen herausragenden Stellenwert und ist als elementarer Bestandteil seit der Gründung in den Unternehmensleitlinien verankert.“

Thomas Köhl ist ein Verfechter von Nachhaltigkeit

Mit den insgesamt 3 700 Quadratmeter großen Photovoltaik-Modulen kann Köhl pro Jahr über 182 000 kwh Solarstrom ins Netz einspeisen und spart der Umwelt gut 120 Tonnen Kohlendioxid. Zum Köhl"schen Nachhaltigkeits-Konzept gehören neben den Photovoltaik-Anlagen auch eine hochmoderne Pelletheizung und eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, mit denen die Gebäude beheizt werden. Zudem sorgte Köhl für eine effiziente Wärmedämmung.

Der Sitzmöbelhersteller vollendete seine ökologische Offensive trotz zahlreicher bürokratischer Hürden. Dazu gehörten neben statischen Prüfungen und dem Bauantrag auch eine so genannte Einspeiseverträglichkeitsprüfung und vieles mehr an Regelungsvorschriften. „Bei Investitionen erlebe ich die hemmende Wirkung der Bürokratie immer wieder: Plötzlich stößt man auf Vorschriften, deren Erfüllung Arbeitskräfte im Unternehmen binden, die dann an anderen Stellen fehlen“, klagt Köhl. Das koste Zeit und Geld. Hinzu komme eine Vielzahl von benötigten Genehmigungen.

Alles zum Thema Solarenergie lesen Sie im Stadtgespräch

Dass Thomas Köhl ein Verfechter von Nachhaltigkeit ist, beweist er auch im Frankfurter Zukunftsrat. In dieser 2008 gegründeten Institution, der Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Wissenschaften angehören, setzt er sich besonders intensiv für dieses Thema ein. Kürzlich war der Zukunftsrat zu Gast in Ober-Roden und würdigte so die Bestrebungen des Unternehmens, bei seiner Energieversorgung unkonventionelle Wege zu gehen.

Quelle: op-online.de

Kommentare