Als Freiwilliger nach Afrika

Pädagogische Aufbauhilfe geleistet

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Bevor Gian Bhogal als Teilzeitlehrer nach Kenia ging, wo seine Kamera den Geist aufgab, war er schon in Nepal (Foto) und Indien als pädagogische Aushilfe tätig.

Ober-Roden - Nach guten Erfahrungen in Kenia, Nepal und Indien will Gian Bhogal (21) im Sommer wieder nach Afrika.

Gian Bhogal hat sechs Wochen als Freiwilliger in Kenia gearbeitet. In einem Kinderheim in der Hauptstadt Nairobi war er Englischlehrer und Spielkamerad in einem.  Trotz seiner erst 21 Jahre hat der Ober-Röder schon viel pädagogische Auslandserfahrung: Auch in Indien und Nepal hat er die Sprachkenntnisse junger Menschen und damit ihre Chance auf eine ordentliche Berufsausbildung verbessert.

Der Job in Kenia hat ihm riesigen Spaß gemacht. „Im Sommer fahre ich auf jeden Fall zurück nach Afrika“, kündigte Gian Bhogal kurz nach seiner Rückkehr an. „Ich habe mein Projekt geliebt“, meint er, und das Schönste sei für ihn gewesen, sich mit den Kindern zu beschäftigen und sie zum Lachen zu bringen. Er hatte sich beim Freiwilligendienst VoluNation (Berlin) für das Kinderheim beworben.

Natürlich ging es Gian Bhogal nicht darum, mit den kleinen Kenianern nur herumzutollen. Das Heim, in dem rund 30 Kinder wohnen, hat eine eigene Schule, in der er insbesondere als Englischlehrer eingesetzt wurde. Sein Arbeitstag begann morgens aber zunächst mit einer ganz und gar unpädagogischen Tätigkeit: Die Schuhe der Kinder mussten geputzt werden, darauf legte die Heimleitung großen Wert. Nur mit glänzender Fußbekleidung ging"s ins Klassenzimmer.

Manchmal gab Bhogal auch Mathe-Unterricht

Meist unterrichtete Gian Bhogal die 12- bis 14-Jährigen, die schon recht gut Englisch sprachen. „Das Problem war das Schreiben, deshalb mussten die Schüler bei mir viele Diktate schreiben“, sagt er. Die für Lehrer hierzulande unverzichtbaren Arbeitsmaterialien gab es nicht, so dass er sich die Aufgaben immer ausdenken musste. Da die Schule fast ausschließlich den jungen Heimbewohnern offensteht und nur von wenigen Kindern der Umgebung besucht wird, sind die Klassen mit sieben bis acht Schülern angenehm klein. Ab und zu, wenn mal einer der drei angestellten Lehrer fehlte, unterrichte Gian Bhogal auch Mathe: „Das macht den Kindern wirklich Spaß, weil sie schnell Erfolge gesehen haben.“ Ihr Mittagessen haben die Kinder immer gegen 13 Uhr bekommen. Reis oder das in Afrika verbreitete Ugali - gekochtes Maismehl - mit Bohnen und Gemüse waren die von der Köchin des Heims am häufigsten zubereiteten Mahlzeiten.

Erst Gras sammeln, dann Hausaufgaben

An den Nachmittagen beschäftigte sich Gian Bhogal draußen mit den Kindern. Fangen spielen, herumtoben - „Was man halt so mit Kindern macht.“ Gerade die älteren hatten am Nachmittag auch ihre Pflichten, so musste täglich Gras für die beiden Kühe des Heims gesammelt werden. Außerhalb der Touristenzentren ist Kenia eben ein typisches Entwicklungsland, in dem jedes Mitglied einer Familie - oder eines Heims - seinen Teil zur Versorgung leisten muss. Erst danach konnten die Kinder und ihr Teilzeitlehrer die Hausaufgaben erledigen.

Eines seiner schönsten Erlebnisse hatte Gian Bhogal, als er eines Tages als einziger Freiwilliger noch im Kinderheim war und mit den Kindern herumgealbert hat. „Da wusste ich, dass ich angekommen bin“, meint er und freut sich schon auf ein Wiedersehen in wenigen Monaten. Beruflich will er auf jeden Fall mit Kindern arbeiten und hat sich deshalb für das Studium der Sozialen Arbeit in Fulda entschieden.

Quelle: op-online.de

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