Wetter begünstigt die Sause

Ober-Roden im Kerb-Fieber

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13 Meter hoch ist der Kerbbaum. Mit Muskelkraft und Geschick stellten die (Aushilfs-)Kerbburschen ihn am Marktbrunnen auf.

Ober-Roden - Allerbestes Kerbwetter, zahlreiche Besucher, mehrere positive Veränderungen. Das ließ zur Ober-Röder Kerb die Herzen eines jeden Kerbvereinsmitglieds und der teilnehmenden Vereine und Marktbeschicker höher schlagen.

Dem Kerbausgraben im Dinjerhof folgte als offizieller Akt das Quetschebaum-Pflanzen am Kerbwald hinter der TG. Dort zeugt die Tafel von diesmal drei neuen Spendern der Quetschebäum’, die jedes Jahr hier gepflanzt werden – in diesem Jahr für Lina, die Tochter vom mehrmaligen Kerbborsch und Kerbvadder Thomas Wolf und Frau Kathrin; für Anastasia, Tochter von Daniel und Claudia Seitz, sowie für Lennox, Sohn von Christian Gotta und seiner Frau Caroline – alle der Oweräirer Kerb sehr verbunden.

Zur Kerberöffnung in Hochform: Norbert Köhler und Peter Knapp.

Ganz reibungslos verlief in diesem Jahr das Aufstellen des 13 Meter hohen Kerbbaums auf dem Marktplatz. Freundlicherweise hatte Metallbauer Dominik Staudt dazu für Hilfsmittel gesorgt. Ohne Blutblase lief auch das Anzapfen für Bürgermeister Roland Kern ab. Relativ ruhig ging’s in den Zelten von Germania und TG zu. Die warmen Tage und Abende verlockten mehr zum Plausch im Freien, zumal die TG, teilweise gemeinsam mit dem Après-Ski-Komitee, das Stagemobil gemietet und auch mehrfach gut bestückt hatte. Das Puppentheater am Samstag Nachmittag für die Jungen war ebenso ein voller Erfolg wie die Lokalmatadoren der „Party Cräääckers“ am Samstag Abend, die tatsächlich endlich einmal für Kerb-Leben rund um den Marktbrunnen sorgten.

Fetzige Musik im Germania-Zelt

„Wir können hier nur nicht rund um die Uhr solche Musik machen, das nehmen sowohl unsere Gäste im Festzelt wie auch die Nachbarschaft übel“, fasste Organisator Claus Eurich von der TG die Auftritte zusammen. So aber konnten auch am Sonntagmittag der Frohsinnchor und seine musikalischen Gäste von der Bühne herab die Zuhörer auf dem Marktplatz erfreuen. Kinder hatten ihren Spaß am süßen Kerb-Zuckerwerk, an Karussell und Autoskooter, während die Erwachsenen überwiegend mit einem Glas, einem Bratwurst-Brötchen oder einem Stück Pizza in der Hand mitten auf der Gasse plauderten.

Altbewährt und immer noch ein Hit: das Entenangeln.

Bei fetziger Musik von DJ Adi am Freitag und von DJ Robby am Samstag traf sich „das Alter dazwischen“ oft im Germania-Zelt. Marktbrunnen samt Bühne und Dinjerhof als Zentren, dazu eine komprimierte Kerbmeile vom Rathaus bis zum Marktplatz einschließlich. So hat die Kerb auch in Ober-Roden eine echte Zukunftschance. Dazu beitragen kann auch die Eröffnung mit gebabbelter und gesungener Mundart im Dinjerhof. Sie kann tatsächlich eine Tradition werden, solange der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) diesen Abend begleitet. Schon nach wenigen Minuten waren am Freitag die letzten Kalender 2015 des HGV rund um Urberachs und Ober-Rodens historische Gaststätten ausverkauft. Die eigens auf die engeren Räume und auf Ober-Roden zugeschnittene Ausstellung zum gleichen Thema wurde im früheren Laden des Dinjerhofes zwischen Spitzendeckchen und altem Mobiliar absolut stilecht präsentiert.

Bilder der Kerb in Ober-Roden

Kerb in Ober-Roden

Auf der Bühne sorgte derweil das Ober-Röder/Urberacher Duo Norbert Köhler und Peter Knapp vor allem mit althergebrachtem, aber ortsnahem Kerbliedgut für den rechten Rahmen.

Patricia Lips als Vorsitzende des HGV konnte Reinhard Berker auf der Mundartbühne präsentieren, dazu Patrick Wolf vom Kerbverein und einige selbst überraschte „Nachwuchskünstler“, die im proppenvollen Dinjerhof beste Oktoberfeststimmung mit Oweräirer Bezug anheizten.

Peter Knapp servierte aber nicht nur Interna als dem alten Orwisch, sondern auch „Brodwerschtsche“ vom Herschwert, während der Kerbverein übers ganze Kerbwochenende hier für den Getränkenachschub zuständig war und zwischendurch auch die Kerb ausgrub - mit dem im letzten Jahr verbuddelten Sarg, aus dem eine neu belebter Kerbpuppe „Schoa“ auferstand, unter lauten Gesängen begrüßt von den überwiegend aus einstigen Kerbburschen und Kerbvereinsmitgliedern bestehenden Kerbburschen. 

chz

Quelle: op-online.de

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