Michael Bittner neuer Jagdpächter

Liebe zur Natur mehr als ein Hobby

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Michael Bittner, der neue Jadpächter im Revier Ober-Roden Nord (alles nördlich der Rodau), erläutert auf dem Plan sein Revier.

Ober-Roden - Einen neuen Pächter hat das Jagdrevier Ober-Roden Nord: Michael Bittner hat das Gebiet nördlich der Rodau von Karl-Heinz Gotta übernommen. Südlich der Rodau ist Adam Winter zuständig.

Bittner ist mit der Natur aufgewachsen, ein Jäger aus Passion. Er wollte immer Jäger werden, wurde dann aber Fernmeldehandwerker und machte später über den zweiten Bildungsweg das Abitur. Nach seinem Studium in Dieburg ging er zur Flugsicherung nach Langen. Nach seiner Jägerausbildung fand er in Dieburg und in Lämmerspiel gleich Jagdmöglichkeiten. Seit zehn Jahren lebt er in der Nieder-Röder Straße in Ober-Roden.

22 Jahre lang hat Michael Bittner mit einem Freund ein Jagdrevier in Thüringen betreut, aus dem er nun aussteigen konnte, nachdem sich diese Chance hier direkt vor der eigenen Haustür bot. Vorstellen beim Jagdvorstand und beim Bürgermeister, Zustimmung der Unteren Jagdbehörde – nun läuft sein Vertrag über zehn Jahre, ein guter Zeitraum zum Aufbau eines Wildbestandes.

„Ich kenne den Bestand hier noch nicht und erarbeite mir gerade jeden Quadratmeter. Ich habe noch nicht einmal einen Lageplan, wo sich Wildäcker zur Äsung, Wildschweinkirrungen, Hochsitze und ähnliches befinden“, bedauert er. Er weiß von Fasanen, Rehen, Hasen und Wildschweinen, und er hat schon eine traurige Erfahrung gemacht: „Seit dem Dienstantritt am 1. April wurde ich schon zu drei im Verkehr getöteten Rehen gerufen – am Rödermarkring, Richtung Rollwald und Richtung Urberach.“

Neuer Hochsitz im Waldackerer Wald

Gerade die regelmäßig gemähten Randstreifen warten stets mit leckerem frischem Gras auf: „Dafür wechselt das Wild schon mal die Straßenseite.“ Inwieweit Hunde im Hinblick auf das Wild hier eine Rolle spielen, muss er sich erst schlau machen: „Wenn ich in Thüringen Hundehalter auf die Wildhaltung angesprochen habe, gingen sie mit ihren Vierbeinern woanders hin – wie es hier ist, weiß ich noch nicht.“

Im Waldackerer Wald hat er einen neuen Hochsitz gebaut, gemeinsam mit Thorsten Klee, der seine Jägerausbildung in Offenbach macht und bei ihm den praktischen Teil absolviert. Samstags wurde gehämmert und gesägt, geschleppt und geschwitzt. „Dreieinhalb Meter müssen die Stämme für die Leiter sein und möglichst gerade und gleichmäßig.“

Der Hochsitz ist auf eine Wildschweinkirrung, eine Querungs- und Futterstelle, ausgerichtet: „Der Hochsitz ist nicht nur für den besseren Überblick da, sondern auch ein Sicherheitsaspekt. Wenn ich fast ebenerdig schieße, wird das Geschoss durch jeden Grashalm und jeden Zweig abgelenkt – das garantiert kein waidgerechtes Erlegen. Von oben ist der Winkel einfach sicherer.“

Wichtigste Aufgabe: Präsent sein und vermitteln

Seine wichtigste Aufgabe sieht der Jäger darin, in der Natur präsent zu sein und zwischen den verschiedenen Ansprüchen von Mensch und Tier zu vermitteln. Er ist ein feiner Beobachter, weiß genau auf die kleinsten Spuren zu achten – so etwa hat er eine Stelle entdeckt, wo ein Rehbock „geplätzt“ hat, sich am Gehölz gerieben und auf der Erde „gefegt“ hat, wobei seine Drüsen ein Sekret absondern, das die Stelle markiert. Und er hat hier auch Mais ausgelegt, um Wildschweine nachzuweisen – nur sie schaffen es, den schweren Baumstumpf darüber umzuwerfen, um an den leckeren Mais zu kommen.

Ganz zart und klein sind dagegen die frisch geschlüpften Vögel, die Michael Bittner in einem seitlich beschädigten Baum unter der Rinde erspäht hat.

Das Schießen ist nicht die Hauptaufgabe des Jägers, doch wenn er Wild mit nach Hause bringt, kann er es auch waidmännisch „aufbrechen“ und „zerwirken“, also in handliche Stücke zerteilen – dafür hat er in seiner Garage eine Ecke mit einer großen Kühlmöglichkeit. Wer sich also für heimisches Wildfleisch interessiert, kann ihn ansprechen - am besten im Wald in der Gemarkung.

chz

Quelle: op-online.de

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