Mehr Verkehr in der Odenwaldstraße

Neuer Stadtteil westlich der Gleise

Ober-Roden - Die Stadt sucht Ersatz für die rund 40 Pendlerparkplätze in der Odenwaldstraße, die bei der Bebauung des Hitzel & Beck-Geländes und eines Nachbargrundstücks wegfallen. Ein neuer Parkplatz auf der anderen Seite der Bahn könnte die Alternative sein.

Bei einer Bürgerversammlung wollen Parlamentsvorsteherin Brigitte Beldermann und Bürgermeister Roland Kern über das Bauprojekt „Atrium“ und seine Folgen informieren.

Dem Babenhäuser Investor Christian Früchtenicht war die Bebauung des früheren Galvanikwerks Hitzel & Beck sogar eine Reise zur Immobilienmesse Expo Real in München wert. Dort präsentierte er „Atrium“ als Modell für die Nutzung hochgradig belasteter Industriebrachen. Früchtenicht plant 185 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von fast 15.000 Quadratmetern, eine Tiefgarage mit 300 Stellplätzen und rund 1000 Quadratmeter Gewerbefläche. Ab Januar will er das frühere Eloxalwerk abreißen, in sechs Jahren soll die letzte Wohnung fertig sein.

Früchtenicht hat das mit Schwermetall und Lösungsmitteln verseuchte Firmengelände für einen Euro gekauft und sich dem Land gegenüber zur vollständigen Sanierung des Bodens verpflichtet. Der Stadt hat er das rund 4 000 Quadratmeter große Grundstück Odenwaldstraße 40 für 1,1 Millionen Euro abgekauft. Hier stellen derzeit Bahnkunden ihre Autos ab.

FDP und Nachbarn aus der Odenwald- und ihren Nebenstraßen befürchten ein Parkchaos, wenn die 40 Pendlerparkplätze wegfallen. Bürgermeister Roland Kern wollte die Verkehrsprobleme bisher mit günstigeren Tarifen und häufigeren Verbindungen auf der Dreieichbahn - beides ist jedoch Sache des Rhein-Main-Verkehrsverbundes - sowie Anwohnerparken in den Griff bekommen. Darüber hinaus schlug er jetzt den Bau von 50 neuen Parkplätzen auf der Ostseite der Gleise vor. Zur Agip-Tankstelle hin liegt ein Bahngrundstück brach. Die Kosten beziffert Kern mit rund 260.000 Euro.

Giftfahne im Grundwasser

Die CDU/AL-Koalition, SPD und Freie Wähler (FWR) stehen hinter Früchtenichts „Atrium“-Projekt. „Aus Gift wird Zucker“, lobt FWR-Fraktionsvorsitzender Manfred Rädlein die Bodensanierung. So könne sich an der Odenwaldstraße ein „kleiner Stadtteil“ mit Steuerzahlern und Kunden für den Rödermärker Einzelhandel entwickeln. Stefan Gerl, der Fraktionsvorsitzende der AL, erinnerte daran, dass es mit der Bodensanierung allein nicht getan sei: Im Grundwasser treibe noch eine Giftfahne, die auf absehbare Zeit nicht zu beseitigen sei. Dabei dehne sie sich jetzt schon fast bis nach Rollwald aus, wo das Wasserwerk Trinkwasser fördert.

„Die Dimension ist uns nicht geheuer!“ Mit diesem Einwand lehnt die FDP das Bauvorhaben ab. Es seien nicht allein die fehlenden Parkplätze, die ihm Kopfzerbrechen machen, sagt Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger. Nach seinen Berechnungen sind allein 2 500 Fahrten mit Schwerlastern nötig, um den Erdaushub abzutransportieren. Seine Frage, ob die erst vor wenigen Jahren sanierte Odenwaldstraße diese Belastung verträgt, bringt Bürgermeister Kern in Rage. Der wirft Kruger „unverantwortliche Panikmache“ vor und warnt davor, das Projekt zu verzögern oder gar zu gefährden.

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Eine Bürgerversammlung am Donnerstag, 30. Oktober, in der Kulturhalle soll Fakten darlegen und Bedenken ausräumen. Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Beldermann und Kern laden dazu ab 18.30 Uhr ein. Die Stadtverordnetenversammlung soll in ihrer Sitzung am 18. November die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschließen. Dann hätte das „Atrium“-Projekt seine letzte politische Hürde genommen.

Quelle: op-online.de

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