Prüfende Blicke im Klassenzimmer in Ober-Roden

Robert-Bosch-Stiftung testet, ob die NBS reif fürs Finale des Schulpreises ist

Begleitet von der Kamera des Nelly-Schulfunks besuchten die Mitglieder der Prüfungsgruppe den regulären Unterricht an der Nell-Breuning-Schule und besondere Angebote.
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Begleitet von der Kamera des Nelly-Schulfunks besuchten die Mitglieder der Prüfungsgruppe den regulären Unterricht an der Nell-Breuning-Schule und besondere Angebote.

Sieben Bildungsfachleute verschafften sich zwei Tage lang tiefe Einblicke in den Unterrichtsalltag der Nell-Breuning-Schule (NBS) in Ober-Roden.

Ober-Roden – Ihr Auftrag: Ist die NBS reif fürs Finale des Deutschen Schulpreises, den die Robert-Bosch-Stiftung in Berlin vergibt? Die NBS ist bundesweit eine von nur 20 Schulen, die noch im Rennen um die renommierte Auszeichnung sind.

Jana-Maria Keine und Heike Kühlewein von der Robert Bosch-Stiftung sowie die Bildungswissenschaftler Dr. Wolfgang Beutel, Wilhelm Windmann, Prof. Dr. Hermann Veith, Prof. Dr. Michael Schratz und Bettina Kubanek-Meis sprachen mit Schülern, Lehrern, Eltern und externen Partnern. Zusammen mit Rektorin Christine Döbert, ihrem Stellvertreter Lutz Reeh und dem NBS-Qualitätsbeauftragten Hajo Sbick informierte das Prüfteam bei einer Pressekonferenz über seine ersten Eindrücke.

Wer auf Hinweise gehofft hatte, ob"s für das Finale reicht, wurde enttäuscht. Die Jury konnte noch keine Entscheidung treffen, da sie noch nicht alle 20 qualifizierten Schulen besucht hat. Und natürlich will sie die Spannung hoch halten. Ob die NBS es unter die letzten 15 geschafft hat und im Mai mit einer zehnköpfigen Abordnung nach Berlin reisen darf, erfährt Christine Döbert im März. Erst in der Bundeshauptstadt wird dann bekannt gegeben, wer den mit 100 000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis 2020 erhält.

Die Finalchancen stehen offenbar gut. Denn die Juroren gaben sich nach ihrem Schulbesuch ausgesprochen zufrieden bis begeistert. Bei der Entscheidung über die Preisträger bewertet die Jury sechs Qualitätsbereiche: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Diese Merkmale seien inzwischen als Kennzeichen für gute Schulqualität über die Grenzen Deutschlands hinaus anerkannt.

Hochkarätig besetzt war die Jury der Robert-Bosch-Stiftung, die die NBS auf ihre Finaltauglichkeit für den Deutschen Schulpreis 2020 testete.

„Wir haben tatsächlich sehr viele Besonderheiten gesehen, von der Praxisklasse bis zur Integrativklasse“, fasste das Jurorenteam zusammen. Und in fast 50 Jahren hatte NBS früh gegen alle Schwierigkeiten einer integrierten Gesamtschule zu bestehen: „Das zeigt, dass sie ein tragfähiges Konzept hat.“ Jurymitglied Wilhelm Windmann lobte: „Es fällt besonders aus, dass sich diese Schule auf den Weg gemacht hat, sich kontinuierlich zu verbessern und alle Kollegen und Schüler auf diese Reise mitzunehmen.“

Beeindruckt zeigte sich die Jury letztlich auch über die Offenheit des Kollegiums zu sagen, wo Schulleitung und Lehrer noch Defizite sehen und woran sie noch arbeiten (müssen). Verantwortungsvolle Zusammenarbeit, Blicke nach vorne und das alles in guter Partnerschaft – das war das Fazit der Juroren.

Gerade die gute Zusammenarbeit bei der kurzen, aber sehr dichten Zeit der Vorbereitung auf diese Visitation betonte der stellvertretende Schulleiter Lutz Reeh: „Wir waren schon alle sehr aufgeregt, seit wir direkt vor Weihnachten davon erfahren haben. Aber wir haben wie immer alle gut zusammen gearbeitet. Und egal, wie das ausgeht: Wir profitieren sehr von diesem Wettbewerb, einfach auch für uns.“ Rektorin Christine Döbert verstärkte es: „Wir sind einfach Teamplayer, und es ist ein tolles Gefühl, wie alle dahinter stehen.“

„Der Sinn der vielen Arbeit? Aus dem Alltag heraus kommen, kritische Rückfragen. Für uns ist das Projekt ein Riesenerfolg, fürs ganze Kollegium“, sieht Qualitätsmanager Sbick die NBS schon jetzt als Gewinner. Egal, ob die Rödermärker Delegation nach Berlin reist oder doch „nur“ 16. oder 20. wird.  

chz

Quelle: op-online.de

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