Neue Geschäftigkeit hinter alten Mauern

Ober-Röder Bahnhof nach dreieinhalb Jahren fertig saniert

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Die Restaurierung des Bahnhofs Ober-Roden ist so gut wie abgeschlossen, die ersten Mieter holen ihre Post. Hausherr Hans-Jörg Vetter ist sicher, dass das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zum Eingangstor für den ganzen Stadtteil wird. Der kleine Platz vorm Briefkasten soll zur Ausstellungsfläche werden. Künstler, die ihre Arbeiten einem breiten Publikum präsentieren wollen, können Termine mit dem Projektentwickler absprechen.

Ober-Roden - In den Bahnhof Ober-Roden kehrt das Leben zurück. Projektentwickler Hans-Jörg Vetter hat den denkmalgeschützten Bau seit 2014 innen und außen aufwendig saniert. Sein ehrgeiziges Ziel: ein Eingangstor für den ganzen Stadtteil schaffen.

„Eine bewegte Bauzeit geht zu Ende. Der Bahnhof Ober-Roden wird für die Rödermärker erlebbar.“ Für Investor Hans-Jörg Vetter steht die Sanierung des mehr als 120 Jahre alten Gebäudes kurz vor der Vollendung. Dreieinhalb Jahre Zeit, weit über eine Million Euro und viel Herzblut hat er in die historischen Mauern gesteckt. Die fünf Wohnungen und Büros sind vermietet und werden schon genutzt. Auch die Mietverträge der Geschäfte sind unterschrieben, eines davon ist schon seit drei Wochen offen. Martin Krygier bietet im „Shop am Bahnhof“ alles rund um die Telekom an. Als Highlight werden Vetter und er Rödermarks ersten öffentlichen WLAN-Hotspot errichten und damit auch beweisen, dass Denkmalschutz und Technik einander nicht ausschließen.

Die frühere Wartehalle hat Vetter an ihren einstigen Besitzer, die Bahn, vermietet. Eines ihrer Partnerunternehmen eröffnet dort ein Reiseverkehrszentrum - auf gut Denglisch: DB-Convenience-Store. Läuft alles nach Plan, verkaufen dort ab August wieder Menschen und keine Automaten die Fahrkarten und suchen Verbindungen heraus. Drumherum gibt’s von Zeitungen über Eis, Getränke und Snacks vieles, was sowohl die S-Bahn-Fahrt Richtung Büro als auch die Städtetour im ICE angenehm machen. Die Deutsche Bahn ist außerdem Mieter der Wohnungen. Sie hat darin Pausenräume, Büros und Übernachtungsmöglichkeiten unter anderem für Security-Mitarbeiter und Lokführer eingerichtet. Damit will sie sicherstellen, dass auch bei Schnee oder Eis Personal in Ober-Roden bereitsteht und die S 1 trotz schlechtem Wetter pünktlich auf die Strecke geht.

Nach wie leer steht der neue Anbau, den Hans-Jörg Vetter als Lokal verpachten will. Ein erster, mit vielen Vorschusslorbeeren bedachter Gastronom hatte ein Konzept, das sich mit Vetters Vorstellungen deckte. „Doch dann hat er uns an der Nase herumgeführt“, begründet Hans-Jörg Vetter ohne in die Details zu gehen das Ende der Geschäftsbeziehung. Er sucht jetzt wieder einen Gastronomen mit authentischer, aber keinesfalls abgehobener Ganztagsküche. Er oder sie soll dem hohen Anspruch gerecht werden, den der Urberacher Investor an den Bahnhof stellt. Das Anforderungsprofil: ein kreativer Küchengeist mit Ideen vom Brunch bis zum Fingerfood beim späten Cocktail.

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Hans-Jörg Vetter hatte den Bahnhof und 1 000 Quadratmeter Freifläche Ende 2012 von der Stadt gekauft. 2014 begann er mit der Sanierung, ein Jahr später wollte er ursprünglich fertig sein. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude behielt sein Gesicht und wurde zum Ort hin mit dem ellipsenförmigen Lokal samt Dachterrasse erweitert. Darüber hinaus ist Vetter sich sicher: „Trotz seines Alters von mehr als 120 Jahren ist der Bahnhof das technisch modernste Gebäude in ganz Rödermark.“

Diese Ausstattung hat ihren Preis. Die Investitionskosten seien signifikant über die kalkulierten 1,2 Millionen Euro geklettert, sagt Vetter. Das habe jedoch mehrere Gründe: Der Bauboom hat die Handwerkerpreise in den vergangenen drei Jahren gewaltig nach oben getrieben. Und dann war da noch „die Liebe zum Detail“, die den Bauherrn etliche Euro gekostet hat. Vetter macht an zwei Beispielen deutlich, wie das Gebäude ihn und seinen Architekten inspiriert habe: Dem Amt für Denkmalschutz hätten Fensterbänke aus Blech gereicht - er entschied sich für Main-Sandstein. Das hölzerne Treppenhaus im Nordflügel haben die Handwerker originalgetreu und brandschutzgerecht restauriert - inklusive des Mosaiks auf dem Fußboden. (lö)

Quelle: op-online.de

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