170.000 Euro für Autogas-Tankstelle

Ölmultis ein Schnippchen schlagen

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Ein Streifenwagen der Ordnungspolizei fährt mit Autogas. Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Jörg Rotter ließen sich von Udo Szamatulski erklären wie einfach das Tanken funktioniert.  

Urberach - Hessens wahrscheinlich kleinste Großtankstelle hat in der Messenhäuser Straße eröffnet. Aus den beiden Zapfsäulen fließen weder Benzin noch Diesel, sondern Autogas. Groß sind sowohl der unterirdische Tank als auch der bürokratische Aufwand vorm Start.

Udo Szamatulski verkauft schon seit 2005 vor dem Opel-Autohaus in der Messenhäuser Straße Autogas. Bisher stand dort eine Säule; wer tanken wollte, brauchte eine Kundenkarte von „fahrmitgas.de“. Zapfsäule Nummer zwei akzeptiert nun auch EC- und Kreditkarten - 24 Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche. Der Aufwand für den Ausbau war enorm, schildert Szamatulski. Allein das Genehmigungsverfahren für den 62.000 Liter großen Tank kostete 20.000 Euro. Doch jetzt hat er endlich die Lagerkapazität, die der Kundennachfrage gerecht wird. „Vorher kam täglich der Tanklaster“, sagt er. 170.000 Euro hat Udo Szamatulski investiert - auch in den Komfort. Denn Autofahrer können die Zapfsäulen so von der Messenhäuser Straße aus ansteuern, dass sich auch bei großem Andrang keine Schlangen auf dem Hof bilden. Szamatulski: „Damit hatten wir immer Stress.“ Auto- oder Flüssiggas - nicht zu verwechseln mit Erdgas, das viele Stadtwerke anbieten - kostet in der Messenhäuser Straße derzeit 63 Cent je Liter, der Preis schwankt längst nicht so stark wie beim knapp zweieinhalb Mal so teuren Superbenzin. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn beim Tanken die Literanzeige schneller läuft als die mit dem Euro“, erinnert Szamatulski an vergangene Zeiten. Gasautos brauchen etwa 20 Prozent mehr Energie als herkömmlich angetriebene. Und fahren trotzdem viel billiger, wie der „fahrmitgas.de“-Geschäftsführer rechnet: „Bei einem Auto mit einem Durchschnittsverbrauch von zehn Litern sparen Sie 7,30 Euro auf 100 Kilometer.“ Dabei geht er von 1,50 Euro pro Liter Super aus.

Wer seinen Mittelklassewagen auf Gas umrüsten will, muss je nach Modell zwischen 2000 und 3000 Euro ausgeben. Udo Szamatulskis Firma hat seit 2005 schon 25.000 Autos umgebaut. 7000 in Urberach und 18.000 im Auftrag des amerikanischen Herstellers Chevrolet teils in ganz Deutschland. Autogas wird bei einem Druck zwischen acht und zwölf Bar gelagert und getankt. Dieser Wert - zum Vergleich: Erdgas steht unter einem Druck von 250 Bar - macht die Tanks im Auto leichter und flexibler, was sich positiv auf auf die Umbaukosten auswirkt.

Autogas wird deutlich geringer als Kraftstoff aus Mineralöl besteuert. Diese Ermäßigung gilt zunächst bis Ende 2018, die Europäische Union will sie aber bis 2025 verlängern.

(lö)

Quelle: op-online.de

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