Kräuter, Kunst und Karpfen

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Kois und Schildkröte idyllisch im Teich, mild lächelnder Buddha oder lauschiger Kastanienbaum – kaum ein Passant vermutet hinter dem Zaun von Beate und Harry Jonas-Beierer in der Mozartstraße eine solche Idylle.

Rödermark (chz) - Einen Blick über fremde Zäune hinweg ganz tief hinein in das Herz der grünen Kostbarkeiten konnten Gartenliebhaber am Sonntag werfen - zehn Gartenbesitzer luden ein, servierten leckere Kleinigkeiten und erzählten von versteckter Arbeit und großer Freude.

„Eigentlich nur jedes Wochenende, denn wir sind ja berufstätig“, verriet Birte Oberfranz, was sie an Arbeit in ihren riesigen Nutz- und Staudengarten steckt. Dafür freuten sich die Besucher über eine Kräuterspirale, über akkurat und mit viel Wissen angelegte Nutzbeete voll junger Pflanzen und einem Tomatendach gegen Nässe von oben. Gegen eine Spende gab’s frisch gemähte Garten(-un-)kräuter wie Giersch. Daneben warten frischer Kräutertee oder röstfrischer Kaffee und Kuchen – alles zugunsten des Naturschutzbundes. Das Elternhaus, in dem das Ehepaar Oberfranz mit dem Vater zusammenlebt ist eine wahrlich sehenswerte Ecke mitten in Urberachs Egerländer Straße.

Nicht sehr weit entfernt, in der Mozartstraße, ermöglichte der Tag der offenen Gärten den Einblick in ein fast verwunschenes Grundstück. Nur etwa 400 Quadratmeter – seit 22 Jahren schrittweise gestaltet – sind für Beate und Harry Jonas-Beierer zu einer ganz eigenwilligen Oase geworden, die mit unzähligen bunten Skulpturen und Zeichnungen der KiR-Künstler verschönert wurde. Plätschernde Quellen, rote und weiße Koi-Karpfen und vier Wasserschildkröten übertrafen sogar den Buddha noch, der milde am Teichrand lächelt.

Bilder vom Tag der offenen Gärten

Tag der offenen Gärten

Folgte man dem Rödermärker Radweg weiter nach Ober-Roden, gab’s im Breidert mehrere Gärten zu bestaunen, so etwa den großen und sehr aufgeräumten parkartigen Garten von Monika Bärwalde-Schneiders. Sie holte das Fotoalbum heraus und zeigte, wie wild das Grundstück im Mai 1973 aussah, als ihre Familie als eine der ersten am Breidertring zu bauen anfing. Rhabarber und Beeren entlang der Umgrenzungen, in der Mitte viel Platz zum Spielen und Toben.

Auch wenige Schritte weiter im Garten von Micaela Kraus-Fietkau zeigte schon das Schild „Betreten der Baustelle nur für Kinder erlaubt“, dass hier vor allem Platz zum Spielen für Sohn Jonas und Ausruhen gefragt sind. Was in dieser Idylle nicht schwer fällt, schließlich endet das Grundstück direkt im Wald. Beeren und frisches Gemüse, aber auch Kräuter und blühende Stauden bis hin zur üppig wachsenden Ringelblume machen daraus einen liebenswerten und bewohnten Garten.

Bunte Blumen und bunte Bilder

Viel zu staunen gab es im großen Nutz- und Staudengarten von Birte und Dieter Oberfranz.

Genauso bunt wie ihre Blumen sind die Bilder, die Julia und Jürgen Keller im Anne-Frank-Weg präsentierten. „Früher hab ich Acryl gemalt, inzwischen bin ich ganz bei Aquarellen angekommen“, erzählte die fröhliche Gartenbesitzerin, deren gemalter Leitspruch alle Besucher zum Lächeln brachte „Wenn das Leben dir Zitronen schenkt: mach Limonade draus!“ Die Farben ihrer Werke und die der Natur schienen wirklich um die Wette zu leuchten.

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Blicke über den Gartenzaun

Sehr zufrieden zeigte sich Doris Heise-Lück, die mit Angelika Tank die „Offenen Gärten 2012“ organisiert hatte. „Es hat sich diesmal sehr zäh angelassen, als wir Teilnehmer für die Aktion gesucht haben, aber plötzlich waren es dann doch neun Gartenbesitzer, dazu kam kurzfristig noch ein zehnter. Bei mir waren bis zum frühen Nachmittag schon gut 100 Besucher.“ Die meisten suchten Anregungen für die Umgestaltung ihres eigenen Grundstücks. Und auch der neue Termin steht schon: Voraussichtlich am 15. Juni 2013 öffnen viele Rödermärker wieder ihre Gärten.

Quelle: op-online.de

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