Ohne Umsteigen zum Flughafen und nach Höchst?

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Die Gleise enden nach den derzeitigen Planungen in Buchschlag-Wert, die Dreieichbahn in Buchschlag-Ost

Rödermark  - (lö) Unter dem Stichwort Regional-Tangente West diskutieren Verkehrsplaner und Politiker seit rund 20 Jahren eine Bahnverbindung von Bad Homburg und Eschborn vorbei am Frankfurt zum Flughafen und weiter nach Neu-Isenburg und Buchschlag.

Ihr Reiz: Sie würde großteils über das bestehende Schienennetz führen, teure Neubauten wie bei der S 1 wären die Ausnahme. Die Andere Liste hat jetzt eine Initiative gestartet, um Rödermark an diese Tangente anzuschließen. Nach Ansicht des AL-Fraktionsvorsitzenden Stefan Gerl ist dafür zunächst nicht einmal Geld, sondern politischer Wille nötig. Denn die Gleise enden nach den derzeitigen Planungen in Buchschlag-West, die Dreieichbahn in Buchschlag-Ost. Ein Wechsel wäre mit umständlichem Umsteigen verbunden. Damit die Anliegerkommunen der Dreieichbahn den Anschluss nicht verpassen, sollten sie gemeinsam für eine Weiterfahrt ohne Umsteigen kämpfen. Dieser AL-Forderung schlossen sich im Bauausschuss alle Fraktionen an.

„Das wäre eine große Aufwertung der Dreieichbahn“, sagte Gerl. Denn Diebuger, Eppertshäuser, Rödermärker und Dreieicher könnten mit der Bahn zum Flughafen, zum Einkaufen ins Nordwestzentrum und zum Arbeiten nach Eschborn oder in den Industriepark Höchst fahren - im S-Bahn-Takt und ohne Umweg durch die chronisch überlasteten Tunnels in der Frankfurter City.

Sven Koch von der IG Dreieichbahn bezifferte die Mehrkosten des Lückenschlusses in Buchschlag mit 1,5 Millionen Euro bei einer Bausumme von mehr als 50 Millionen Euro. Knackpunkt könnte paradoxerweise der Erfolg der Dreieichbahn werden: Die fuhr das große Passagier-Plus nach ihrer Modernisierung und der Einführung des Taktverkehrs Ende der neunziger Jahre ein. Eine Anbindung an die Regional-Tangente würde die Zahl der Fahrgäste nicht mehr nennenswert steigern. Dieses Totschlagargument, so Kochs Befürchtung, könnten Bahn und RMV gegen jede zusätzliche Investition ins Feld führen.

Quelle: op-online.de

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