Stolz auf die erschwinglichen Preise

Proppenvolles Oktoberfest des Musikzugs der TG Ober-Roden

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Kaum jemand hatte sich zum Oktoberfest nicht in Dirndl und Lederhose geworfen – das ist längst zum Standard geworden.

Ober-Roden - Oktoberfeste gibt’s mittlerweile wie Sand am Meer, doch die wenigsten haben eine so lange und ungebrochene Tradition wie die Feier, zu der seit 25 Jahren der Musikzug der TG Ober-Roden gemeinsam mit den Majoretten einlädt.

„Dazwischen hatten wir vor ein paar Jahren ja mal einen Knick in den Besucherzahlen. Da haben wir uns vorgenommen: Wir ändern es etwas ab, nehmen eine wirklich gute Liveband wie die ,Wirtshaus Vielharmoniker’ mit ihrer echten Oktoberfest-Zelterfahrung dazu, und dann schauen wir. Nehmen die Besucher das gut an, machen wir weiter. Wird es wieder weniger, war es das dann“, erinnert sich Michael Reisert vom Musikzug der TG. Doch die feiernden Gäste nahmen das leicht veränderte Konzept sofort an; seit einigen Jahren ist jedes Fest restlos ausverkauft. Erst recht in diesem Jubiläumsjahr, wo die Bühne bis auf den allerletzten Platz mit einer wahrlich mitreißenden Oktoberfest-Orchester mit 22 Musikerinnen und Musikern besetzt ist: Die Retzstadter Musikanten reißen nicht nur die vielen Mitglieder örtlicher Blasorchester von den Sitzen, sondern im Nu stehen die Gäste auf Bänken, tanzen trotz wenig Platz zwischen den Tischen und feiern ausgelassen, aber dennoch gesittet.

Mit gut vier Minuten hats der Vorjahressieger auch in diesem Jahr wieder geschafft: Gewinner beim Maßkrugstemmen wurde erneut der 22-jährige Rodgauer Tim Koser.

„Wir haben mittlerweile ein Publikum im etwas ruhigeren Alter, die ganz Jungen sind nicht mehr so stark vertreten“, erklärt Michael Reisert die Situation und ist dennoch stolz darauf, mit acht Euro für „die Maß“ rund drei Euro unter dem Münchner Preis zu liegen. Dass es billigere alkoholfreie Getränke als solche „mit Umdrehungen“ gibt, ist dort selbstverständlich. Und auch die Weißwurst mit süßem Senf und die Brezeln sind erschwinglich – wer sich etwas zurückhält, kann günstig leben. Oder – noch billiger – sich beim Maßkrugstemmen beteiligen – den gestemmten Krug durften die zwölf Teilnehmer – darunter sogar zwei junge Frauen – am Schluss leeren.

Mancher Zuschauer konnte kaum mehr hingucken beim Anblick der zitternden Arme und immer verkrampfter werdenden Gesichter, die meisten aus den Fanblocks aber hatten ihre Handys für die Beweisfotos vor Augen. Zu guter Letzt befand die Jury den letztjährigen Sieger auch diesmal für den ausdauerndsten: Tim Koser (22) holte den Titel wieder mal nach Rodgau. Ein weitaus charmanterer Titel blieb allerdings in Rödermark – wenn auch, für die TG sicher traurig, in Orwisch: Die schriftliche Wahl zur Dirndl-Königin des Abends hatte mit Jenny Kohler (27) aus Urberach eine wahrlich liebreizende Siegerin, die sich den Siegersekt im Freundeskreis schmecken ließ. Maßkrugstemmen und Dirndlwettbewerb – pure Manneskraft und weibliche Grazie, sinnbildlich sicher für ein solches Fest, das wohl besonders gern gefeiert wird, weil es die Zeit zwischen der Kerb und der Fastnacht zu überbrücken hilft.

Bilder: Oktoberfest bei der TG Ober-Roden

Um für etwas mehr Ruhe auf dem TG-Gelände außerhalb der Halle zu sorgen, hatte das Orga-Team weiträumig die Zugänge zu Garten und Fußballplatz mit Platten und Bannern abgeklebt und auf dem Gelände nur den Weg zum Eingang freigegeben – eine Erleichterung für den ebenfalls schon routinierten Sicherheitsdienst, der sich vor der Bühne aufbaute und den Saal im Blick hatte.

Der Bieranstich im Beisein von „Schmucker“-Brauereiprominenz war dem TG-Vorsitzenden Karlheinz Weber fast beim ersten Schlag gelungen – ohne Dusche Umstehende. Und vergleichsweise trocken verlief das Jubiläums-Oktoberfest, sehr zur Freude von Karlheinz Weber und den Organisatoren vom Musikzug. Somit steht der Tradition nichts im Wege, dass es auch beim 26. Mal 2018 heißen wird: „O’zapft is’ in Ober-Roden!“ (chz)

Quelle: op-online.de

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