Knöllchen billiger als Umweg

+
49 meist schwere Lastwagen wurden von der Ordnungspolizei kontrolliert, 17 Fahrer hatten das Durchfahrverbot für Urberach ignoriert.

Urberach (lö) - Dutzende von schweren Lastwagen donnern täglich durch Konrad-Adenauer- und Traminer Straße, obwohl sie"s gar nicht dürfen. Die Ortsdurchfahrt ist für Fahrzeuge über vier Tonnen gesperrt, Lieferverkehr natürlich ausgenommen.

Schilder an der Urberacher Ausfahrt der B 45 oder an der Taubhaus-Kreuzung weisen unmissverständlich darauf hin. Ungefähr jeder dritte Brummi ignoriert diese Schilder, hat die Ordnungspolizei bei Kontrollen festgestellt. Zuletzt winkten die Männer in Blau am Montag 49 Laster raus, 17 Fahrer bekamen ein Knöllchen. Das entspricht in etwa dem Mittel aller Kontrollen dieses Jahres.

„Viele sagen, mein Navi hat mich hierher geführt“, gibt Ordnungspolizist Klaus-Dieter Preuß die häufigste Ausrede wieder. Sowohl große Firmen als auch Ein-Mann-Unternehmen sparen und bauen nur billige Geräte für Pkw ein. Und in denen ist das Verkehrszeichen 253, besagtes Durchfahrverbot, nicht programmiert.

Die Lkw-Maut auf Autobahnen ist oft der wirkliche Grund für den Weg über Bunde- und Landesstraßen. Viele Fahrer riskieren die Abkürzung durch Urberach trotz der Verbotsschilder. Mehr als 20 Euro Verwarnung gibt der Bußgeldkatalog zum Leidwesen der Ordnungspolizisten nicht her. Der Zeitverlust durch die Kontrolle trifft die Fahrer oft härter.

Abschreckungseffekt wichtig

Dieser Abschreckungseffekt ist dem Ordnungsamt auch wichtiger als die eher zu vernachlässigenden Knöllchen-Einnahmen. Unter den Lkw-Fahrern soll sich"s rumsprechen, dass die Rödermärker wachsam sind.

Immerhin: Die Fahrer sind meist konstruktiv. „Darf ich jetzt hier 24 Stunden lang durchfahren?“, witzelte ein Trucker aus dem Main-Spessart-Kreis, als er seinen Strafzettel in Empfang nahm.

Die Urberacher können über diesen Scherz nur milde lächeln. Experten sagen nämlich, dass der Güterverkehr auf den Straßen in den nächsten zehn Jahren um 25 Prozent wächst - die B 486 wird ihren Teil zu tragen haben.

Quelle: op-online.de

Kommentare