Freie Wähler finden im Verkehrswegeplan 2030 Projekt „B486-G10-HE“

Entlastung der Ortsdurchfahrt: Bund will Umgehungsstraße bauen

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Das Bundesverkehrsministerium prophezeit Urberach bis 2025 doppelt so viele Autos wie heute, nämlich 24 000 Pkw und 3 000 Lkw.  

Urberach - Die Freien Wähler haben die Diskussion um den Bau einer Urberacher Ortsumgehung neu befeuert. „Urberach braucht Verkehrsentlastung“ heißt ein Antrag für die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Was damit gemeint sein könnte, steht in einer Pressemitteilung: Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der Bau einer Straße zwischen Ortsrand und Bienengarten aufgelistet.  Von Michael Löw

Die Anwohner der Urberacher Ortsdurchfahrt können 2025 die Straßenseite nicht mehr wechseln, Autofahrer stehen auf der B 486 im Dauerstau. Dieses Szenario befürchten die Freien Wähler (FWR) und verweisen auf Zahlen des Bundesverkehrsministeriums (BVMI). Derzeit rollen täglich 10. 800 Pkw und 560 Lkw durch Konrad-Adenauer- und Traminer Straße. Die Prognosen für 2025 sagen 24. 000 Pkw und 3.000 Lkw voraus, also mehr als eine Verdoppelung des Durchgangsverkehrs und damit faktisch einen Verkehrsinfarkt, sofern keine Entlastungsmaßnahmen ergriffen werden. Die fordern die FWR in einem Antrag an die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 6. Februar: „Der Magistrat soll umgehend mit Hessen Mobil eine konkrete, auch zeitliche Planung für eine wirksame Verkehrsentlastung einleiten.“

Alle bisherigen Anträge und Beschlüsse zu diesem Thema wurden laut FWR entweder abgelehnt, als nicht durchführbar erklärt oder nicht umgesetzt. Auch die sogenannte K-L-Trasse habe keine realistische Chance mehr. Die Umfahrung Urberachs über bestehende Kreis- und Landesstraße ist aktuelle politische Beschlusslage in Rödermark. Widerstand gibt es aber aus Dreieich, Eppertshausen und Messel, die zusätzliche Autos befürchten.

Was die Urberacher seit Jahren ablehnen, steht im Bundesverkehrswegeplan 2030 in der Kategorie „Vordringlicher Bedarf“: eine Umgehungsstraße zwischen Ortsrand und Wald - quasi parallel zur Hochspannungstrasse. Änderungen im Detail seien möglich, heißt es in der Projektbeschreibung.

Auch Hessen Mobil habe die K-L-Trasse verworfen, sagen die Freien Wähler und bringen den Bundesverkehrswegeplan 2030 ins Gespräch, den der Bundestag im Dezember 2016 beschlossen hat: Unter der laufenden Nummer 643 haben sie den Bau einer zweispurigen Ortsumgehung für Urberach gefunden. Das Projekt „B486-G10-HE“ soll knapp 26 Millionen Euro kosten, deren Finanzierung der Bund schon eingeplant hat. Die 5,2 Kilometer lange Umgehungsstraße führt vom B 45-Anschluss „Erdkautenweg“ dicht am westlichen Ortsrand vorbei und mündet ungefähr am Umspannwerk wieder auf die Bundesstraße.

Eine solche Trasse würde den Bienengarten, Bauernhöfe und den Wald von Urberach abschneiden. Unter anderem deshalb waren Pläne zum Bau einer Umgehungsstraße in den Neunzigerjahren nie weiter verfolgt worden. Deshalb steht im Bundesverkehrswegeplan auch der Hinweis, dass die Trasse nur eine Variante ist, deren Verlauf sich ändern kann.Insgesamt kommt das Bundesministerium aber zu folgendem Ergebnis: „Es sind sehr hohe Wirkungen (Verkehrsentlastung, Anmerkung der Redaktion.) ohne nennenswerte Zusatzbelastungen zu erwarten.“

Diese Einschätzung ändert nach Ansicht von Bürgermeister Roland Kern nichts an der genau gegenteiligen Position, die Rödermark seit Jahren vertritt. „Es ist festzustellen, dass diese Passagen nicht mit der Beschlusslage der Stadt Rödermark übereinstimmen. Auch ist diese Aufnahme in den Bundesplan ohne Mitwirkung der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil geschehen. Bislang gibt es keine neuen Erkenntnisse, die für einen Straßenbau und gegen die K-L-Trasse sprechen“, erklärt der Verwaltungschef auf Anfrage unserer Zeitung. Die städtische Planung für einen Umbau der Ortsdurchfahrt Urberach zur Verkehrsentlastung liege Hessen Mobil vor. Die letzte Stellungnahme von Seiten des Landes hierzu lautete, dass für einen derartigen Umbau kein Geld da ist.

Details unter http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B486-G10-HE/B486-G10-HE.html

Quelle: op-online.de

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