Rödermark: Ortskernumbau wurde viel teurer

Rödermark (bp) Die SPD-Fraktion hat nun Antworten des Magistrats auf zwei Anfragen bezüglich des Verkaufs des Bahnhofs Ober-Roden und die Kosten für die Gestaltung der Ortsmitte in Ober-Roden erhalten.

Diese beliefen sich auf rund 1,21 Millionen Euro und waren nach SPD-Angaben somit 380.000 Euro höher als ursprünglich geplant. „Der Bahnhof Ober-Roden ist lastfrei, die Verlegung notwendiger Kabel erfolgt. Die Protokollierung des Kaufvertrages für das Bahnhofsgebäude lässt jedoch weiter auf sich warten“, heißt es in einer SPD-Presseerklärung weiter.

„Die Antworten haben das zu Tage gebracht, was wir vermutet haben“, sagt der SPD-Stadtverordnete Armin Lauer. Seit nunmehr vier Jahren beschäftige die Frage Bahnhof Ober-Roden das Parlament. Diese „Hängepartie“ sei keinesfalls als Glanzstück der Verwaltung zu werten.

Eine Protokollierung des Verkaufs habe immer noch nicht stattgefunden. Gründe hierfür seien unter anderem eine geänderte Planung des Bahnhofsvorplatzes und die Abklärung der Zuschussfähigkeit in Verbindung mit der P+R-Anlage.

Die Vertragsentwürfe würden deshalb immer noch überarbeitet und abgestimmt. Diese Feinabstimmung nehme mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich vorgesehen. Die Verwaltung gehe jedoch davon aus, dass in Kürze mit der notariellen Protokollierung des Kaufvertrages zu rechnen sei.

Unbefriedigend aus Sicht der SPD fiel die Antwort auf die Frage der Kosten für einen neuen Stromanschluss für das Technikgebäude aus. Die alten Leitungen im Empfangsgebäude seien gekappt, die neue Leitung für die betriebsnotwendige Technik der Bahn verlegt. Die Kosten hierfür müssten von der Stadt Rödermark getragen werden. Zur Höhe der Kosten könne die Verwaltung jedoch keine Angaben machen. Bisher habe die DB AG hierzu keine Rechnung gestellt. Die SPD, so Lauer, werde aber auch bei dieser Frage nochmals nachhaken.

Auch die Antworten zu den Kosten für die Ortsmitte Ober-Rodens fielen aus Sicht der SPD alles andere als zufrieden stellend aus. „Über ein Jahr nach Abschluss der Baumaßnahmen immer noch nur geschätzte Kosten? Damit lassen wir uns nicht abspeisen“, so Lauer. Da stelle sich dann schon die Frage, wie zielorientiert und sachgerecht die Verwaltung arbeite.

Die tatsächlichen Kosten beliefen sich nach Angaben des Bürgermeisters auf zirka 1,21 Millionen Euro. Dem hätten Mittel aus den Konjunktur-Sonderfonds nur in Höhe von 830.000 Euro gegenüber gestanden. Die Folge sei eine Kostenüberschreitung in Höhe von 380.000 Euro. Weshalb wurden die Kostenansätze überschritten? Die Genossen rechnen vor: Pflasterung Marktplatz und für Entwässerungsrinnen entlang der Fahrbahnen (70.000 Euro), neue Beleuchtung (50.000 Euro), Bau eines Parkplatzes in der Glockengasse (25.000 Euro), Korrektur der bestehenden Versorgungsleitungen (30.000 Euro), zusätzliche Strom- und Wasserversorgung für den Markt- und Festbetrieb (35 000 Euro), Nachbesserung Untergrund (35.000 Euro) sowie Betonpflaster statt Asphalt auf der Frankfurter Straße (135.000 Euro). „Es wäre sicherlich gut gewesen, wenn der Magistrat hierüber vorab informiert und nicht erst auf Anfrage der SPD die Katze aus dem Sack gelassen hätte“, kritisiert Lauer abschließend.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © pixelio.de / Birgit H.

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