Attraktivere Ortszentren für die älteren Bewohner

Verödung der Altorte verzögern

Rödermark - Eine Bürgerbaugenossenschaft soll die Verödung der Ortszentren aufhalten. Die schwarz-grüne Koalition will so das Leben in Alt-Urberach und Alt-Ober-Roden besonders für ältere Menschen ein Stück attraktiver machen.

Zwei Entwicklungen haben Horst-Peter Knapp (CDU) und Stefan Gerl (AL) alarmiert: Jüngere Menschen ziehen aus den Ortskernen weg und bauen im Grünen. Das verursacht einen Sanierungsstau in den Häusern ihrer Eltern und Großeltern. Zugleich werden die Bewohner „mitten im Ort“ immer älter.

Können sich die Alteigentümer schließlich nicht mehr allein versorgen oder sterben, verkaufen die Erben viele sanierungsbedürftige Anwesen aufgrund des relativ schlechten Bauzustands günstig. Dann greifen entweder Familien mit geringem Einkommen, die sich ansonsten kein Haus leisten können (und nicht in der Lage sind, fachgerecht zu sanieren) zu.

Genossenschaft steht zur Diskussion

Käufergruppe Nummer zwei - sofern Grundstücksgröße und Bebauungsplan es zulassen - sind Investoren, die größere Neubauten hochziehen wollen. „Da diese jedoch gewinnorientiert agieren müssen, kommt es leider oft zu unsensibler Neubebauung innerhalb der ohnehin bereits stark beeinträchtigten historischen Ortszentren“, klagen Knapp und Gerl.

CDU und AL stellen daher in der Stadtverordnetensitzung am 12. November eine Bürgerbaugenossenschaft zur Diskussion. Sie verfolgen mehrere Ziele: Eine solche Genossenschaft könnte Immobilienbesitzer zur Sanierung ermutigen und gleichzeitig Finanzierungsmöglichkeiten für die Schaffung von attraktivem und zumindest in den Erdgeschossen barrierefreiem Wohnraum erläutern.

Gerl und Knapp möchten darüber hinaus Modelle entwickeln, die es älteren Menschen erlauben, möglichst lange in vertrauter Umgebung leben zu können. Im Gegenzug könnten sie ihre Anwesen in die Genossenschaft einbringen. Ziel Nummer drei wären ungewöhnliche Bauherrenmodelle, die Altort-Bewohner mit wenig Geld und solche mit einem besser gefüllten Sparbuch zusammenbringt.

An der Bürgerbaugenossenschaft sollen sich nach Meinung der Koalition die Stadt, die Leitbildgruppen und Ortskerninitiativen beteiligen.

(lö)

Quelle: op-online.de

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