Super-Feuerwerk und Frühshoppen

Fränzl blickt zufrieden auf die Orwischer Kerb

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Regenschirm und Brille waren durchaus angeraten beim Superfeuerwerk, das durch seine Nähe in diesem Jahr durchaus laut und aschespeiend war.

Urberach - Der Orwischer Kerbstart wurde zur ersten Herausforderung: Was tun, wenn sich beim Baumstellen eine von drei Ketten am Kranz löst und der Kerbkranz in schwindelnder Höhe plötzlich „schepp“ hängt?

Man holt sich den Kerbbaumnotrettungsdienst in Gestalt der Ober-Röder Wehr, die eh gerade Übung hatte und damit eine spontane praktische Ausbildung verband. Der Teleskopkorb kam zum Einsatz, Baum und Kerb waren gerettet.

Am Samstagnachmittag zur offiziellen Kerberöffnung durften dann die Floriansjünger aus Urberach noch mal ran: schließlich musste die Kerb-Puppe auf ihren Platz in luftiger Höhe im 18 Meter hohen Baum. Fränzl (oder war’s doch Frenzl?) heißt der gute Mann, der dicht neben dem Turm von St. Gallus weit übers Land schaut und den Urberacher Kerbbaum bewacht – man weiß ja nie...

Kurzer und trockener Schlag

Bis Dienstag wacht er - dank Hilfe der Feuerwehr - in luftiger Höhe über Urberachs Kerbmeile und weiß direkt neben dem Kirchturm immer, was ihm die Stunde geschlagen hat: Kerbborsch Fränzl. Am heutigen Montag geht’s mit dem traditionellen Frühschoppen weiter, ehe um 18 Uhr der Kerbbaum versteigert wird – Feuerholz für viele harte Winter. Infos unter www.Orwisch.de.

Und wer gehofft hatte, dass es beim ersten offiziellen Fassanstich des neuen Ersten Stadtrates eine fotogene Bierdusche geben würde, der wurde enttäuscht: ein kurzer und trockener Schlag und der Gerstensaft lief. Nur in die große Lederschürze muss Jörg Rotter noch etwas hineinwachsen und für den Orwischer Dialekt sollte er bis zur nächsten Kerb vielleicht doch noch ein paar Nachhilfestunden vor Ort nehmen. Vielleicht bei den Kerbburschen und –meeschen. Immerhin gibt’s doch wieder welche in Urberach unter der Führung von Kerbvadder Felix Breimer.

Während Freibier und frischer Äppler unterm Kerbbaum flossen, zog die Jugend des Musikverein 06 in bekannter Manier über die Kerbmeile. Was in den letzten Jahren in einigen Riesenrad-Runden hoch über Orwischs Dächern endete, ging diesmal kurzerhand wieder zurück, da das alternative Bungee-Trampolin mit Trommel oder Tuba doch eher ungünstig war. Etwas in die Ecke gequetscht, kam dieser kraftvolle Freizeitspaß etwas kurz auf der Festmeile neben Kinder- und Kettenkarussell oder Autoscooter. Und war die Kerb am Samstagnachmittags zudem noch recht spärlich besucht, ging abends nichts mehr: eine menschengefüllte Budenstraße ebenso wie der alle Jahre rappelvolle Platz vor der Bühne der Offenen Arbeit neben der Sparkasse. Hier war spätestens ab dem Auftritt von „Rock Heroes featuring Osti Osterwold“ alles dicht.

Orwischer Kerb: Bilder

Orwischer Kerb

Zur echten Herausforderung wurde schließlich noch das Feuerwerk. Vom Platz hinter der Galluskirche auf den noch näher liegenden Platz hinter dem ehemaligen „Dornheim“ verlagert, knallten die Feuerwerkskörper ganz gewaltig und entließen einen kräftigen Ascheregen auf Hunderte gebannt nach oben schauender Besucher. Dennoch ein dickes Lob: es war mit Abstand das schönste und wohl auch längste Feuerwerk in der Kerbgeschichte – und das nicht nur wegen der abschließenden roten Herzen am nächtlichen Orwischer Himmel...

chz

Quelle: op-online.de

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