Orwischer Hahn in Rodauwasser

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So wird"s gemacht: Eine umgebaute Bohrmaschine hobelt Kartoffeln in hauchdünne Locken.

Urberach (chz) - Ein wenig beleidigt waren die Urberacher und ihre Gäste ja schon auf den Wettergott: Da herrscht seit sieben Wochen traumhaftes Wetter, und kaum sind die Stände in der Orwischer Woigass aufgebaut, fängt es an zu tröpfeln und die Temperatur stürzt in den Keller.

Doch der Himmel war gnädig und beließ es bei einigen Tropfen. Zum späten Samstag Abend hin wurde es sogar eher wieder wärmer und die Bachgasse füllte sich wie jedes Jahr, zum elften Mal inzwischen. Nicht einmal der Eurovision Song Contest samt Lena im Fernsehen konnten dem Festbetrieb viel anhaben. Der Rödermärker liebt sein Weinfest und dank der Tatsache, dass Vereine und Kirchengruppen die Stände bewirtschaften, bringt auch jeder Stand seine Anhänger mit – eigentlich ein Selbstläufer.

Die Skiclub-Spezialität „Twister“ servierte Vorsitzender Jürgen Frank der letztjährigen Weinkönigin Maria Leers und ihren Weinprinzessinnen Janina Holzapfel und Lisa Grigoleit.

Peter Müller, der Vater der Orwischer Woigass, eröffnete die Veranstaltung, die „kein Gelegenheitsfest mehr ist, sondern schon Tradition“, wie Erster Stadtrat Alexander Sturm feststellte. Er war es auch, der die Regentropfen freudig begrüßte: schließlich brauche der neue Wein dringend Regen, „sonst gibt’s so wenig, das ihn die Erzeuger womöglich allein trinken.“ Das leuchtete allen Gästen ein, und auch die letztjährige Groß-Umstädter Weinkönigin Maria Leers und ihre Prinzessinnen Janina Holzapfel und Lisa Grigoleit, welche die derzeit herrschenden Regentinnen vertraten, die terminlich anderweitig gebunden waren, stimmten dem zu. Peter Müller dankte vor allem Nachbarn und Anwohnern, die den mehrtägigen Rummel nicht nur geduldig ertragen, sondern ihn auch mit Wasser- und Stromanschluss oder mit Stellfläche für die Toilettenwagen tatkräftig unterstützen.

Bilder von der Orwischer Woigass

Leckere Tropfen bei der Orwischer Woigass

Gibt’s an Rebsorten und Lagen nicht alle Jahre Neues zu vermelden, so bemühen sich doch viele der örtlichen Anbieter, bei der Verköstigung attraktive Alternativen zu finden. Auch wenn ein Stück Weißbrot oder eine Brezel und etwas Käse mit Trauben oder Oliven immer noch die einfachste und leckerste Zutat zum frischen Schoppen sind, so gab’s doch wieder originelles Neues zu entdecken, etwa die von einer umgebauten Bohrmaschine gedrehten „Twister“-Kartoffellocken am Skiclub-Stand. Oder der „Orwischer Hahn im Rodauwasser“, Putenfleisch in hausgemachter Soße aus Champignons, Trauben und Nüssen, gekocht vom Männerkochteam der evangelischen Petrusgemeinde Urberach und zusammen mit dem traditionellen Umbau-Wein verkauft.

Neben vergorenem und unvergorenem Rebensaft gab’s auch einiges für die Kinder, etwa ein Karussell wie üblich am Eingang der Bachgasse und ein buntes Programm der Kindergärten. Vor dem Töpfermuseum sorgte die Kindertagesstätte St. Gallus am Sonntag Nachmittag für Leib und Seele der jüngsten Besucher. Am Samstag hatte dies der Förderverein der Kita Pestalozzistraße übernommen, um den Kindern Spaß zu bereiten und den Eltern etwas Ruhe für eine gesellige Weinverkostung zu ermöglichen.

Quelle: op-online.de

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