Orwischer Kerb

Schaulaufen der alten Traktoren

+
Traditionsgemäß mit dem restaurierten Traktor kamen Kerbkommission sowie Kerbmädchen und Kerbburschen beim Umzug auf den Dalles gefahren.

Urberach - Der kleine Kerbzug durch Urberach war nichts für hektische Zeitgenossen. Langsam und gemächlich rollte er am Sonntagnachmittag durch den Ort - allen voran Kerbborsche, -meedscher und -kommission.

Der KSV und sein Drums & Bugle-Corps, der FC Viktoria, Skiclub, Rejoice und die Pfadfinder warben - begleitet vom DRK Urberach - für ihre Arbeit.

Unterm Zylinder des Kerbvadders ließ Felix Breimer das Jahr vorbeiziehen. Florian Althaus hatte niedergeschrieben, was im Ort so passiert war: Er bedauerte, dass keine Kerbburschen aus den Vereinen kommen und dass der MTV und der Kleingärtnerverein mangels Personal nicht an der Kerb teilnehmen. Vom Abschied des Ersten Stadtrats Alexander Sturm war ebenso die Rede wie davon, dass jetzt ein Ober-Röder an seiner Stelle im Urberacher Rathaus das Sagen hat. Doch dieser Neue bekam ausgesprochenes Lob: „Bei der ersten Sitzung der Kerbkommission war er noch verkrampft, in der zweiten hat er schon ganz locker ’n Döner gegesse...“

Badehaus, Halle Urberach und Stadtbus

Weniger Lob gab es traditionell fürs Badehaus, die Halle Urberach und den leeren Stadtbus. Die 72-Stunden-Aktion der Pfadfinder hinterm Badehaus wurde gelobt, weil’s der Bauhof in 100 Jahren nicht geschafft hätte, ein Beachvolleyballfeld anzulegen, und aufs neue Gemeindezentrum setzte der Kerbvadder große Hoffnungen. Es wurde eine ausgewogene, humorvolle Rede, die Augen öffnete, aber niemandem gezielt weh tat.

Neu im Kerbprogramm war die kurze Andacht, die zwischen Fassbier- und Äpplerstand auf der Bühne der Offenen Arbeit stattfan. Buchstäblich da, „wo die Gesangbücher Henkel haben“, wie der Volksmund so schön sagt. Pfarrer Klaus Gaebler und Pfarrer Dr. Nude Njoku stellten dabei die Kerb und ihre Geschichte in den Mittelpunkt, begleitet wurden sie von Musikern und von Fürbitten der Offenen Arbeit. Der Dank der Kerbkommission gilt besonders allen Spendern, die ein Fest mitten im Ort möglich machen. Die größten Kosten verursachten Toiletten, Umzug und Sicherheitsdienst.

Orwischer Kerb 2013: Bilder

Orwischer Kerb

Die Aufstockung dieser Kräfte auf drei Mitarbeiter des Ordnungsamtes, zwei komplette Streifen der Polizeistation Dietzenbach, mehrere Beamte der Bundespolizei, die den Bahnhof kontrollierten, sowie sechs private Sicherheitskräfte hat wohl Wirkung gezeigt. Die Unannehmlichkeiten und schweren Beeinträchtigungen besonders des vergangenen Jahres blieben laut Kerbkommission am Wochenende weitgehend aus - sieht man von vielen leeren Schnapsflaschen am Straßenrand ab.

Einziges größeres Problem neben einer Schlägerei in Bahnhofsnähe in der Freitagnacht: eine Autofahrt endete am Friedhof ungewollt im Zaun. Und falls jemand in nächster Zeit mit einer Radkarre herumfährt, der zuvor keine hatte, vielleicht mal Augen auf: vor dem Stand des KSV kam Samstagnacht eine solche abhanden.

chz

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare