Gutes Wetter bringt guten Besuch

Woigass bleibt ein Publikumsmagnet

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In die Mitte genommen haben Bürgermeister Roland Kern (links) und Erster Stadtrat Jörg Rotter (3. von rechts) sowie die Organisatoren Peter Müller (2. von links) und Dieter Hüllmandel (2. von rechts) bei Groß-Umstädter Weinprinzessinnen Jana und Johanna sowie die Urberacher Bundestagsabgeordnete Patricia Lips.  

Urberach -  Die „Orwischer Woigass“ hat auch im 19. Jahr noch nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt. Im Gegenteil: Der Musikverein 06 und Metzgermeister Tobias Lang machten nach Pausen wieder mit. Und das Publikum hat den Termin ohnehin schon lange im Kalender stehen.

Sonnenverwöhnt und mit entsprechend gutem Besuch feierten die Rödermärker und ihre Gäste am Wochenende die 19. „Orwischer Woigass“ im Herzen Urberachs. In den wenigen ruhigen Minuten vor dem Start blickten die Organisatoren Peter Müller und Dieter Hüllmandel über ihr Werk. „Uns geht’s ja nicht ums Geld, sondern darum, hier Spaß zu haben“, begründete Peter Müller, der „Vater“ des Festes, die nach wie vor geltende Regel: Nur Rödermärker Vereine und Mitglieder im Gewerbeverein, die mit Wein zu tun haben, dürfen in der Bachgasse einen Stand aufbauen - diesmal zwölf an der Zahl. Erstmals nach langer Pause wieder dabei war der Musikverein 06 Urberach. Das Orchester war vor gut zehn Jahren schon mal mit einem Marktstand vertreten. Nun hatten die Musiker sich für ihre Neuauflage sogar extra Poloshirts bedrucken lassen und servierten rheinhessische Weine, Kochkäse und selbst gebackene „Käsefüße“. Schon im allerersten Jahr des Weinfestes dabei gewesen, dann aber pausiert hatte das Team um Metzgermeister Tobias Lang: „Es ist ein großer Aufwand für uns, da wir ja bis Samstag Nachmittag auch den Laden geöffnet haben. Aber jetzt probieren wir es mal wieder“ – und das gleich erfolgreich mit edlem Wein und mit herzhaften Leberkäs-Semmeln.

Über die freuten sich auch die traditionell aus Groß-Umstadt angereisten Weinhoheiten, die Prinzessinnen Johanna und Jana, zumal auch das Wetter zu ihrer Begrüßung passte: „Die Rebe ist ein Sonnenkind!“ Etwa 130 Veranstaltungen nehmen sie jährlich wahr in ihrer maßgeschneiderten Tracht; Urberach ist stets eine der ersten Stationen im Jahreslauf.

Großes Lob bekamen die Organisatoren von der politischen Prominenz der Stadt, zumal sie wieder mit hohen Anforderungen des Kreises zu kämpfen hatten: Die Woigass wird wie der Rosenmontagszug als Großveranstaltung eingestuft – entsprechend hoch sind die Auflagen. Zum guten Miteinander gehören vor allem die Anwohner, die das zweitägige Fest ertragen und auch mit tragen. Für sie alle galt, an den Abenden zumindest, der Wahlspruch von Bürgermeister Roland Kern: „Nord – West – Süd – Ost: Prost!“

Bilder: „Orwischer Woigass“ in Rödermark

Das dachten sich auch viele Gäste und kamen aus allen Richtungen. So endete die Radwanderung des ADFC durch das historische Rödermark bei einem kühlen Trunk in der Bachgasse, wo es am Abend wirklich sehr eng wurde. Das galt auch für die eher am Rand liegenden Plätze wie den geöffneten Hof im Sterkel-Haus in der Karlstraße.

Hier lag Melancholie über dem bis auf den allerletzten Stehplatz vollen kleinen Weinparadies. Denn hierhin hatte Gabi Schnabel, die Wirtin der „Rhönschänke“, ihren Ausschank verlegt: Zum letzten Mal in der Woigass’, bedauerte sie und löste vor allem bei ihren Stammgästen und Helfern vom FC Viktoria jetzt schon Wehmut aus.

Bilder: Weinfest in Urberach

Waren es am Samstag überwiegend die Erwachsenen, die das Treiben in der Bachgasse genossen, so kamen gestern auch die Kinder zu ihrem Recht: Da wartete der Förderverein des Gallus-Kindergartens vor dem Töpfermuseum mit Hüpfburg, Schminkstand, Spielgeräten und vielem mehr – vor allem aber mit Kuchen und Waffeln – auf die Kinder. (chz)

Quelle: op-online.de

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