Pakete gegen Not und Hunger

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Je jünger die Pfadfinder sind, umso weniger Scheu hatten sie, die Kunden im „Kaufland“ anzusprechen und um Spenden zu bitten – ihr Mut wurde meist auch belohnt.

Urberach (chz) - Wer am Samstag im „Kaufland“ seine Besorgungen erledigte, wurde wahrscheinlich von Pfadfindern für die Aktion „Pakete zum Leben“ angesprochen.

„Wir mussten Leute finden, die Sachen einkaufen, die für die Pakete gut sind, und die Pakete sind für Menschen in Osteuropa, die sich nicht so viel leisten können.“ So einfach drückte Wölfling Jakob Schoßer aus, was die Gruppe einen Tag lang und ihn selbst eine Stunde lang beschäftigt hatte. Die Resonanz war positiv: „Viele haben mitgemacht. Nur manche wollten unsere Handzettel nicht oder haben gesagt, sie haben keine Zeit oder sie helfen schon beim ‚Brotkorb’!“.

Aktion „Pakete zum Leben“

„Pakete zum Leben“ sind eine Aktion des Bundes der Freien evangelischen Gemeinden (FeG). Sie sammeln Lebensmittel für den Balkan, wo Armut und Not den Menschen oft lebensbedrohlich werden. Die Auslandshilfe der FeG liefert den Gemeinden genormte Kartons samt Packanleitungen und genauer Beschreibung der Grundnahrungsmittel. Rund zehn Euro kostet der Inhalt aus zwei Packungen Spaghetti, Reis, Mehl, Zucker, Öl und Vitamintabletten. Die Firma „Kaufland“ im Märktezentrum hatte den Pfadfindern die benötigte Aktionsfläche zur Verfügung gestellt. Die Kunden wurden im Markt angesprochen; sobald sie mit den erworbenen Waren durch die Kassen gekommen waren, wurden ihnen die Sachen abgenommen und fachgerecht in die vorbereiteten Kartons verpackt.

Ortrud Merget etwa hatte erst im „Kaufland“ von der Aktion erfahren und ließ sich von den Jungen und Mädchen alles in ihren Einkaufswagen packen, was für ein Paket gebraucht wurde. Monika Gutermann hatte dagegen schon in der Zeitung davon gelesen und kam ganz gezielt auf die Pfadfinder zu.

Ausgesprochen freundlich bot Wölfling Robin (gerade mal 1,20 Meter groß) den Erwachsenen an: „Ich trage Ihre Sachen auch zur Kasse!“

Den Kindern ein Vorbild sein

An der Kasse half auch Jakob Zimmer, vier Jahre jung, seiner Mutter Nora, die eingekauften Lebensmittel zum Tisch zu tragen, wo Sabine Neuholz und Gerhard Bodem packten. „Mein Mann ist in Klein-Krotzenburg auch bei den Pfadfindern und wir helfen öfters mit. Ich finde es wichtig, den Kindern ein Vorbild zu sein und zu zeigen, dass man etwas tun kann“, begründete Nora Zimmer ihre Hilfsbereitschaft.

Pastor Jens Bertram, zugleich Pfadfinderleiter und den ganzen Tag vor Ort, sorgte vor allem für den Abtransport der Pakete, 166 Stück bis zum Abend: „Die Resonanz war gut. Man erhofft sich zwar immer noch mehr, aber wir sind sehr zufrieden.“

Beim Sonntagsgottesdienst gestern wurden die Pakete aufgestapelt, um die Gemeindeglieder zu motivieren, selbst noch welche zu packen. Aktionsabschluss ist am kommenden Sonntag.

Die Pfadfinder der FeG vom Stamm „Wanderfalken“ sind meist im Gemeindehaus in der Carl-Zeiss-Straße 12 anzutreffen. Wer sich für ihre Arbeit interessiert, bekommt bei Pastor Jens Bertram, Telefonnummer 06074 7281306 oder unter www.pdf-roedermark.de Informationen.

Quelle: op-online.de

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