Papier gegen dicke Luft und Fluglärm

Rödermark - (lö) Privatisierung des Flugplatzes Egelsbach, Erweiterung des Kraftwerks Staudinger in Großkrotzenburg: Zwei Großprojekte in der Region haben auch Auswirkungen auf die Lebensqualität in Rödermark. Parlament und Magistrat haben zwar kaum eine Möglichkeit zur direkten Einflussnahme.

Sie versuchen aber, mit Resolutionen und Stellungnahmen weitere Belastungen für die Bürger zu vermeiden.

Der Schadstoffausstoß des neuen Kraftwerks-Blocks müsse in allen Bereichen deutlich unter den bisherigen Emissionen liegen, fordert der Magistrat im Raumordnungsverfahren für Staudinger. Die Betreibergesellschaft E.ON hat weniger Staub, Schwefeldioxid und Stickoxid prognostiziert, aber gleichzeitig eine Zunahme des Kohlendioxid-Ausstoßes um 58 Prozent.

Mehr Kummer macht den Rödermärkern der Verkauf des Flugplatzes Egelsbach an den US-Investor NetJets. Seit einem Jahr dröhnen verstärkt kleinere Düsenflieger über das Breidert und einige Urberacher Wohngebiete - manchmal nur 200 Meter hoch. Die Menschen dort befürchten noch mehr Fluglärm, wenn die Gemeinde Egelsbach und der Kreis Offenbach ihre Anteile an NetJets verkaufen und das Unternehmen die Startbahn verlängert.

Die Stadtverordnetenversammlung hat vor diesem Hintergrund einstimmig eine Resolution beschlossen. Darin „bitten sie eindringlich“, bei der Modernisierung „die elementaren Wünsche der Nachbarschaft nicht außer Acht zu lassen“.

Die Kommunalpolitiker machen sich für folgende Beschränkungen stark: maximal 100 000 Flugbewegungen im Jahr, Begrenzung des maximalen Flugzeuggewichts auf 20 Tonnen (in Ausnahmen 25 Tonnen) Startgewicht und ein Nachtflugverbot. Außerdem soll ein Vertreter der Stadt Rödermark im neuen Flugplatz-Beirat sitzen.

Die Resolution ist trotz aller Eindringlichkeit nur ein Appell. Sie ist weder für den bisherigen noch für den neuen Besitzer des Flugplatzes Egelsbach verbindlich.

Quelle: op-online.de

Kommentare