Entlang der B 459

Kapituliert Stadt vor Parksündern?

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Dauerparker will die Stadt auf dem Grünstreifen im Süden von Waldacker nicht dulden. Die Flächen gehören dem Bund und sind rechtlich gesehen Teil der Fahrbahn der B 459, sagte der fürs Ordnungsamt zuständige Erste Stadtrat Jörg Rotter.

Waldacker - Anwohner klagen - wieder einmal - über die Parkmoral entlang der B 459. Autos blockieren Geh- und Radwege oder stehen auf Blindenleitlinien. Das Ordnungsamt habe kapituliert, werfen sie der Stadt vor. Von Michael Löw 

Helga Markwat hat eine Sündenliste zusammengestellt, die so lang ist wie die 2012 mit großem Aufwand umgebaute Ortsdurchfahrt. Im Süden sind"s die Anwohner der Talstraße, die ihren Unmut erregen. Die Rückseiten ihrer Grundstücke grenzen an die B 459. Dort hätten sie Erdreich abgetragen und Parkplätze geschaffen, auf denen regelmäßig sechs bis acht und in Spitzenzeiten 13 Autos ständen. Allerdings sei der Abstand zum neuen Radweg so gering, dass Radler auf die Bundesstraße ausweichen müssten, wenn die Autos be- und entladen werden.

Nach Ansicht von Helga Markwat gibt es nur eine Lösung: den teuer gebauten Radweg dicht machen. Ein ähnlich düsteres Bild malt sie vom anderen Ende Waldackers. Der Fußgängerüberweg gleich hinterm nördlichen Ortsschild sei wegen parkender Autos nur schwer erreichbar, Rad- und Fußwege seien oft dicht. Manche Autos parkten tagelang an der gleichen Stelle, andere hätten auswärtige Kennzeichen. „Diese Gehwegparker nehmen nicht einmal Rücksicht auf die Leitlinien für Blinde“, mailt Helga Markwat an den fürs Ordnungsamt zuständigen Ersten Stadtrat Jörg Rotter.

Ihre Einschätzung von der Situation im Norden: „Im Prinzip stellt diese Querungshilfe eine reine Verkehrsgefährdung für Radfahrer und Fußgänger dar!“ All das, so Helga Marktwat, sei amtsbekannt. Doch die Stadt kapituliere vor den Verkehrssündern: „Die zuständige Fachabteilung hat dafür nur ein Schulterzucken. Und ich bekomme zu hören, dass bis zu 100 Ordnungswidrigkeitsanzeigen der Stadt - ich staunte auch nicht schlecht - keinen gewünschten Erfolg gezeigt haben. Mehr könne man nicht tun. Zu mehr Kreativität sieht sich die Stadt wohl nicht in der Lage.“

Stadtrat Rotter widerspricht: In den Monaten nach dem Umbau hätte die Ordnungspolizei Parksünder zunächst mit freundlichen Hinweisen auf ihr Vergehen aufmerksam gemacht und danach Knöllchen verteilt. Das habe die Situation wenigstens eine Weile verbessert. Zweigleisig wolle die städtische Verkehrsbehörde auch nach den jüngsten Beschwerden fahren. Rotter sagte aber auch, dass im Ordnungsamt derzeit mehrere Polizisten fehlen: „Trotzdem müssen wir uns was einfallen lassen, dass abends und an Wochenenden in Rödermark nicht jeder parkt wie es ihm passt!“ Beim Parken auf dem Grünstreifen unterhalb der Talstraße liegt er auf einer Linie mit Helga Markwat: „Diese Flächen gehören dem Bund und sind Teil der B 459. Da werden wir keine Parker dulden.“

Quelle: op-online.de

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