Ärger der Anwohner

Parkplätze sollen für Stadtbus weichen

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Mal eben schnell vor der Reinigung in der Babenhäuser Straße das Auto abstellen geht nicht mehr. Damit der Stadtbus die Kurve kriegt, hat das Ordnungsamt gegenüber der Einmündung der Borngartenstraße auf knapp 20 Metern das Parken verboten.

Ober-Roden (lö) - Buchstäblich gestrichen haben Bauhof und Ordnungsamt in der Babenhäuser Straße drei Parkplätze. So kriegt der Stadtbus leichter die Kurve aus der Borngartenstraße - und Ärger mit den Nachbarn.

Die fühlten sich völlig überrumpelt, als vorige Woche eine Zick-Zack-Linie das Parken vor ihren Häusern verbot. „Man hätte uns ja vorher fragen können. Einfach Striche malen geht nicht!“, schimpft Maria Schrod. Besonders hart trifft das Parkverbot Danica Mitrovic, die dort seit 20 Jahren eine Reinigung betreibt. „Da wird meine Existenz vernichtet“, malt sie schwarz. Kunden mit kiloschweren Wäschekörben könnten nicht mehr vor der Tür parken und und würden zur Konkurrenz wechseln. Manfred Rädlein, der Vorsitzende des Gewerbevereins, teilt ihre Sorgen: „Wir haben in Ober-Roden ein Ladensterben, und dann sowas...“

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Wochenlang kam der Stadtbus in der Babenhäuser Straße problemlos um die Ecke. Selbst als Gerd Cordes, der neben der Reinigung wohnt, renovierte und Lastwagen auf dem Seitenstreifen standen, gab es keine Klagen der Busfahrer. Cordes vermutet, dass ein abendlicher Zwangsstopp die Stadt zum Pinsel greifen ließ: Ein paar Tage zuvor parkten auf dem Streifen - seinerzeit noch legal - und vorm Haus gegenüber - weiterhin legal - Autos, die den Bus ausbremsten.

Danica Mitrovic und ihre Nachbarn vermissen jedes Augenmaß. Der Bus biegt werktags zwischen 13 und 20 Uhr acht Mal von der Borngarten- in die Babenhäuser Straße ein. Das Halteverbot gilt aber auch morgens, abends und am Wochenende. Die Anwohner schlagen deshalb vor, die Parkplätze zum Teil auf den dort zweieinhalb Meter breiten Bürgersteig zu verlagern. Das helfe Danica Mitrovics Kunden und dem Bus gleichermaßen. Das Ordnungsamt hält sich bedeckt. Die von unserer Zeitung schon Ende voriger Woche erbetene Stellungnahme wartete gestern immer noch auf eine Antwort. Bürgermeister Roland Kern teilte auf Nachfrage immerhin mit: „Wir denken über eine Optimierung nach.“

Quelle: op-online.de

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