Autos blockieren den Marktplatz

Parksünder auf teurem Pflaster

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Sechs auf einen Streich: Immer wenn er abends oder am Wochenende am Marktplatz vorbeifährt, sieht Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein Parksünder, die möglichst bequem Geld oder ein schnelles Essen holen wollen.

Ober-Roden - Der 2010 für viel Geld gepflasterte Marktplatz wird immer öfter zum Parkplatz. Da Kontrollen der Ordnungspolizei die Autofahrer nur kurzfristig abschrecken, will die Stadt den Platz jetzt mit Sitzbänken sperren.

„Unser Ober-Rodener Marktplatz scheint sich zum teuersten Parkplatz Rödermarks zu entwickeln“, klagt Manfred Rädlein, der Vorsitzende des Gewerbevereins. Vor allem abends und am Wochenende sehe man das neue Pflaster vor lauter Autos kaum noch. Sparkassenkunden hätten die bequemen Kurzzeitparkplätze schon vor Langem entdeckt. Die Eröffnung des Döner-Imbisses in der Dockendorffstraße habe die Situation verschlimmert. Nach Ansicht von Manfred Rädlein rächen sich jetzt Versäumnisse der Vergangenheit. Hätte die Stadt bei der Marktplatzumgestaltung vor vier Jahren ein paar versenkbare Poller eingebaut, hätte das viel Ärger erspart. Der fürs Ordnungsamt zuständige Erste Stadtrat Jörg Rotter redet auch nicht lange um den heißen Brei herum: Die Dönerkunden hätten die Gleichung „schnelles Essen, schnelles Parken“ zu ihrem Motto erklärt. Und auch er selbst habe schon gesehen, dass Autofahrer am liebsten bis zum Geldautomaten gefahren wären. Der Marktplatz wird quasi zum Drive-In: hinten rein, vorne zur Hauptstraße raus.

Die Ordnungspolizei hat dort verstärkt kontrolliert, sagte Rotter gegenüber unserer Zeitung. Doch kaum seien die Männer in Blau verschwunden, kehren die Autos zurück. Häufigere Kontrollen schließt Rotter aus: „So viel Personal habe ich nicht!“ Zwei Stellen in der Ordnungspolizei seien nicht besetzt, die vier verbleibenden Außendienstmitarbeiter hätten noch zahlreiche weitere Aufgaben. bhilfe sollen jetzt „Barrieren, die man wieder wegräumen kann“ schaffen. Rotter denkt an Sitzbänke oder Blumenkübel, die ohnehin auf dem Bauhof lagern und die Stadt kein Geld kosten. Die Parksünder-Bremsen sollen schon Ende dieser Woche aufgestellt werden. Bei Veranstaltungen wie dem Herbstmarkt am Sonntag oder der Kerb können sie ohne viel Aufwand weg geräumt werden. Rädlein sorgt sich über die Falschparker hinaus um die Umgebung des Marktplatzes: „Döner- und Wettbuden zuhauf, jetzt noch eine neue Sishabar!“ Die hätte seiner Meinung nach nicht genehmigt werden dürfen, im ehemaligen „Paramount Park“ seien die Behörden ja auch konsequent gegen die Sishabar vorgegangen.

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Die Genehmigung von Gaststätten ist Sache des Kreises, hält Rotter dagegen. Die Stadt könne erst reagieren, wenn in der Sishabar auch die Wasserpfeifen dampfen. Dass sie dann aber durchgreift, zeigt nach Ansicht von Bürgermeister Roland Kern die Ex-Disco in der Kapellenstraße. Der Betreiber habe seinen Eilantrag beim Verwaltungsgericht zurückgezogen, weil er erkannte, dass die Sishabar dort nicht möglich sei.

(lö)

Quelle: op-online.de

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