Stadtverordnetenversammlung kostituiert sich: Vorsteher Sven Sulzmann einstimmig wiedergewählt

Rödermark: Parlament ist jünger und weiblicher

Großes Vertrauen: Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann (Mitte) erhielt in geheimer Wahl 38 Ja-Stimmen, außerdem gab’s eine Enthaltung. Damit ist das Ergebnis wie vor fünf Jahren einstimmig. Gratuliert haben Alterspräsidentin Brigitte Beldermann, die die Wahl leitete, und Bürgermeister Jörg Rotter. Die Masken hatten alle drei auf Bitten der
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Rödermark: Stadtverordnetenvorsteher Sven Sulzmann (Mitte) erhielt in geheimer Wahl 38 Ja-Stimmen, außerdem gab’s eine Enthaltung. Damit ist das Ergebnis wie vor fünf Jahren einstimmig. Gratuliert haben Alterspräsidentin Brigitte Beldermann, die die Wahl leitete, und Bürgermeister Jörg Rotter. Die Masken hatten alle drei auf Bitten der

Mehr Frauen und mehr junge Leute bestimmen in den nächsten fünf Jahren die Kommunalpolitik in Rödermark. Wer bei der konstituierenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend seinen Blick durch die Kulturhalle schweifen ließ, sah viele neue Gesichter. 17 der 39 Parlamentarier gehören der Stadtverordnetenversammlung erstmals an.

Rödermark - Bürgermeister Jörg Rotter (CDU) dankte in der ersten Parlamentssitzung der Wahlperiode 2021 bis 2026 den Neuen für ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Das sei ein wichtiges Zeichen in Zeiten , in denen Kommunalpolitiker verstärkt angefeindet, bedroht und oft auch angegriffen werden. Auch unsere Zeitung hatte am Mittwoch darüber berichtet, dass 70 Prozent aller Bürgermeister real oder im Internet schon Hetze zu spüren bekamen. Ehrenamtlichen wird’s nicht viel besser gehen.

Rotter lobte in seiner Eröffnungsrede auch die Bürger: Die auf mehr als 52 Prozent gestiegene Wahlbeteiligung sei ein Auftrag, „bewährte Dinge zu bewahren und die Stadt auf einen Zukunftspfad führen“. Der Vorsitzende des Magistrats appellierte an die Volksvertreter: „Denken und handeln Sie parteiübergreifend!“

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Wahl des neuen Stadtverordnetenvorstehers. Die wurde von Brigitte Beldermann geleitet. Die Stadtverordnete von AL/Grüne war mit 79 Jahren die Alterspräsidentin. Das Parlament sei jünger und weiblicher geworden, ließ sie Zahlen sprechen. 33 Prozent der Stadtverordneten sind unter 40, 38 Prozent sind Frauen. „Dieser Anteil wird für ein anderes Betriebsklima sorgen“, prophezeite die frühere Stadtverordnetenvorsteherin und wies auf die Herausforderungen der nächsten fünf Jahre hin: „Die Corona-Pandemie ist eine Lehrmeisterin, die uns zwingt, den Alltag neu zu denken.“

Brigitte Beldermann skizzierte zunächst fünf Aufgaben, die die Arbeit des Parlaments prägen werden: Klima- und Umweltschutz, eine grünere Mobilität mit besseren ÖPNV-Verbindungen und mehr Radwegen, die Achtung von Minderheiten und Schwachen, mehr Europa sowie die Unterstützung von Kulturschaffenden und Vereinen, die Corona in Existenznöte gestürzt hat.

Der sechste Punkt, die Stadtentwicklung, war Mahnung und Statement zugleich: „Das Gebiet von Rödermark ist auf 29,9 Quadratkilometer begrenzt. Da ist nicht der der Klügste, der die meisten Flächen versiegelt.“ Die Ausweisung neuer Gewerbe- und Wohngebiete war vor der Wahl Anlass für heftige Auseinandersetzung innerhalb der schwarz-grünen Koalition gewesen.

Versöhnlich waren Brigitte Beldermanns Schlussworte. Das Parlament solle „in Freundlichkeit und mit Respekt um Lösungen ringen, die niemanden als Verlierer dastehen lassen“.

Die Vorstellung des neuen Vorstehers der Stadtversammlung, der auch der alte ist, war Sache des CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Gensert. „Wir machen Ihnen ein bekanntes und sicheres Angebot“, warb er für seinen Parteifreund Sven Sulzmann. Der habe in den vergangenen fünf Jahren die Sitzungen immer fair und korrekt geleitet. Dass er immer offen für Vorschläge von außen war, zeige Sulzmanns Bürgernähe.

Der 55-jährige Kriminalbeamte erhielt in geheimer Wahl 38 Ja-Stimmen und eine Enthaltung. Damit war das Ergebnis ebenso einstimmig wie vor fünf Jahren. Zu seinen Stellvertretern wurden Brigitte Beldermann (AL), Michael Spieß (CDU), Anke Rüger (SPD), Jan Sittig (Freie Wähler) und Dr. Rüdiger Werner (FDP) ebenfalls einstimmig gewählt.

Was Sulzmann unter einer souveränen Sitzungsleitung versteht, zeigten die Wahlen zu Gremien wie dem Regionalverband Frankfurt oder dem Sparkassenzweckverband. Die zog er zu zügig durch, dass die Sitzung um 21.31 Uhr beendet war und Teilnehmer und Besucher rechtzeitig vor Beginn der Ausgangssperre um 22 Uhr daheim sein konnten. Der für gestern Abend sicherheitshalber angesetzte Fortsetzungstermin war damit überflüssig geworden. (Michael Löw)

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