Nur ein paar Euro oder satte 60 Prozent?

Höherer Badehauseintritt für Vereine: Schwimmsportler in Rage

Urberach - Schwimmvereine müssen höhere Gebühren im Badehaus bezahlen. Die Bahnstunde kostet ab 2018 sieben und ab 2019 acht Euro. Bislang waren nur fünf Euro pro Bahn und Stunde fällig.

Den Eintritt für reguläre Badegäste hatte die Stadt 2009 und 2017 erhöht. Vereine konnten seit Eröffnung des Badehauses am 31. Mai 2006 durchgehend mit der stabilen Nutzungsgebühr von fünf Euro kalkulieren. Für den Ersten Stadtrat Jörg Rotter, in dessen Verantwortungsbereich das Badehaus fällt, sind die höheren Gebühren auch eine Frage der Gerechtigkeit anderen Sportvereinen - nämlich denen mit eignen Hallen oder Fußballplätzen - gegenüber: Sie müssten für den Unterhalt ihrer Immobilien deutlich mehr Geld ausgeben als die Schwimmvereine.

Dem Anstieg der Nutzungsgebühren hatten im Stadtparlament alle Fraktionen mit Ausnahme der Freien Wähler (FWR) zugestimmt. Teure Bahnstunden sind nach Ansicht ihres Pressesprechers Siegfried Kupczok eine „indirekte Kürzung der Vereinsförderung“. Die erwarteten Mehreinnahmen von rund jährlich 11.000 Euro verringern das Badehausdefizit (zuletzt rund 860.000 Euro) nur marginal, bedeuten für die drei Vereine jedoch eine erhebliche Belastung.

Babyschwimmen im Badehaus Urberach

Auch Manuela Eder (MTV Synchronschwimmen), Uwe Prehl (DLRG) und Anne von Soosten-Höllings (Verein für Fitness und Schwimmsport) kritisieren die Entscheidung des Parlaments. Die Bahnstunde würde innerhalb eines Jahres um 60 Prozent teurer: „Die Vereine stoßen an die Grenzen der Belastbarkeit.“ Die drei Vereinsvertreter befürchten, dass Schwimmsport (rund 500 Menschen) und Schwimmunterricht (150 bis 200 Menschen pro Jahr) künftig nur noch für Besserverdienende bezahlbar sind. Bislang würden die Vereine ihre Kurse zu sehr günstigen Konditionen anbieten. Davon würden besonders Kinder aus finanzschwachen Haushalten profitieren.

DLRG, VFS und MTV fordern „kreativere Lösungen“ als höhere Vereinseintritte, um die Miesen im Badehaus dauerhaft zu reduzieren. (lö)

Quelle: op-online.de

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