Ober-Roden

Partnerschaft mit besonderem Stellenwert

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Ein modernes Bild der Türkei und ihrer Migranten wollen DTF und Schule weiter vermitteln.

Ober-Roden - (lö) Türken sind schlecht integriert, weil sie in einer islamistischen Parallelwelt leben, schlecht oder gar nicht ausgebildet sind, überwiegend untereinander heiraten und wenig Interesse an Bildung haben.

Dieses Bild zeichnete eine Untersuchung des „Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung“, die Ende Januar für erhebliches Aufsehen sorgte.

Auf Rödermark kann man dieses Zerrbild nicht übertragen - dessen waren sich gestern der 1990 gegründete Deutsch-türkische Freundschaftsverein (DTF), die Nell-Breuning-Schule und Bürgermeister Roland Kern sicher. „Voriges Jahr hat kein ausländischer Jugendlicher die Nell-Breuning-Schule ohne Abschluss verlassen“, sagte der DTF-Ehrenvorsitzender Hidir Karademir. Möglich sei das, weil die Eltern entgegen der landläufigen Meinung zur Ausbildung ihrer Kinder stehen. Karademir räumt ein, dass ein bisschen „Nachhilfe“ nötig war: „Wir haben lange gedroschen, dass die Migranten einsehen, dass sie nicht mehr in Anatolien leben!“

Der Anteil türkischer oder türkischstämmiger Abiturienten an der NBS liegt zwar unter ihrem Anteil an der Gesamtschülerschaft (18 Prozent): Sowohl 2006 als auch 2007 bestanden sechs junge Türken ihr Abitur, insgesamt waren‘s rund 80 Schüler. Aber 30 von 79 Realschulabsolventen sind nach Auskunft von Rektor Jochen Zeller türkischer Herkunft.

Ein modernes Bild der Türkei und ihrer Migranten wollen DTF und Schule weiter vermitteln. Daher, so Zeller, genieße die Partnerschaft mit zwei türkischen Schulen besonderen Stellenwert unter den 13 Partnerschaften der NBS. Ende Februar erwartet er Besuch aus der Türkei, vom 2. bis zum 10. Juni reist eine Gruppe Rödermärker Acht- bis Elftklässler nach Ürgüp und Hekimhan. Hekimhan ist die Heimat vieler nach Rödermark ausgewanderter Türken. Der DTF will diese Begegnungen dauerhaft unterstützen. Vorsitzender Ali Ercan spendete der NBS gestern 1 000 Euro und kündigte an, dies jedes Jahr zu wiederholen.

Auch die Stadt trage ihren Teil zu diesen Begegnungen bei, ergänzte Kern: Sie habe ihre Vereinsförderung geändert und unterstütze auch Fahrten in Städte, zu denen Rödermark keine offizielle Partnerschaft unterhält.

Quelle: op-online.de

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