INTERVIEW 

Nell-Breuning-Schule startet nächste Woche in einen ungewöhnlichen Alltag: Pausenbänke mit Flatterband gesperrt

Christine Döbert Schulleiterin

Schulöffnungen in der Corona-Krise: In Rödermark öffnet die Nell-Breuning-Schule. Es ist der Start in einen ungewöhnlichen Alltag.

Rödermark – Seit 16. März war der Schulbetrieb in Hessen wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt. Darüber, wie der schrittweise Neustart ab nächstem Montag, 27. April, aussehen soll, hat Kultusminister Dr. Alexander Lorz die Schulleitungen bereits ausführlich informiert.

Wie das Ganze an der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule konkret abläuft, darüber sprachen wir mit Schulleiterin Christine Döbert.

Wie viele Schülerinnen und Schüler kommen am Montag in die Schule?

Insgesamt etwas über 200; 150 aus den Jahrgängen neun und zehn und die Hälfte der Zwölfer.

Und wie viele waren es bisher an einem gewöhnlichen Schultag?

Bedeutend mehr: 1 350.

Welche Klassen dürfen ab dem 27. April wieder ran?

Die Schüler der Abschlussklassen. Also etwa Jugendliche aus dem neunten Jahrgang, die den Hauptschulabschluss bei den Prüfungen vom 25. bis 29. Mai anstreben und Schüler aus dem zehnten Jahrgang, die den Realschulabschluss anstreben. Den Hauptschulabschluss wollen 60 Schüler machen, den Realschulabschluss 90.

Und aus dem Gymnasium?

Da kommen nur die Zwölfer, das sind 107 Schülerinnen und Schüler. Unsere angehenden Abiturienten, die die schriftliche Prüfung schon absolviert haben, bleiben im Home-Schooling hingegen zuhause. Sie kommen dann ab dem 25. Mai nur noch zu den mündlichen Prüfungen ins Haus.

Was müssen die Jugendlichen ab Montag beachten?

Es geht in erster Linie darum, die Schülergruppen strikt zu trennen. Zugelassen sind Lerngruppen ausschließlich bis maximal 15 Personen. Die Zwölfer werden deshalb wöchentlich wechseln zwischen Präsenztagen in der Schule und dem Arbeiten und Lernen zuhause – wofür es dann Arbeitsaufträge geben wird. Jugendliche, die den Haupt- oder den Realschulabschluss angehen, kommen nur an einzelnen Tagen ins Haus für den Präsenzunterricht und bekommen für andere Tage dann Aufgaben, die sie zu Hause erledigen. Sie werden in von einander getrennten Klassenräumen unterrichtet, die im Gebäude verteilt sind und für die es auch immer eigene Zugänge gibt. Jeder soll nur den Eingang nutzen, der seinem Klassenraum am nächsten liegt. Wir wollen eine Vermischung unbedingt vermeiden. Jeder benutzt jeden Tag denselben Klassenraum.

Das funktioniert dann auch in den Pausen?

Unsere Lehrer werden aufpassen, dass die Abstände eingehalten werden und nicht zu viele zusammenstehen. Es wird klar eingeteilt, wer sich wo aufhalten soll.

Welche Sicherheitsmaßnahmen werden noch getroffen?

Der Kreis als Schulträger sorgt dafür, dass es im Sekretariat bei eingeschränktem Publikumsverkehr Plexiglasscheiben geben wird. Unsere Hausmeister haben in bestimmten Bereichen – zum Beispiel vor den Toiletten – mit Klebestreifen auf dem Boden Abstandszonen geschaffen. Alle Bänke sind mit Flatterband abgesperrt worden. In jedem Klassenraum liegen an den Waschbecken Seife und Handtücher.

Wie informieren Sie Eltern und Schüler über die Schutzmaßnahmen?

Zum Einen auf unserer Homepage und zum Anderen natürlich als Erstes am Montag mit einer persönlichen Ansprache und Einweisung durch unsere Lehrer. Der Schulsanitätsdienst hat drei Schautafeln mit Verhaltensregeln der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung gestellt. Darüber wird am Montag, 8.05 Uhr, zum Schulstart, sofort ausführlich geredet.

Die Fragen stellte Bernhard Pelka

Quelle: op-online.de

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