Ober-Roden

"Gockel Gaming 2009"

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24-Stunden-LAN-Party ließ Computer heißlaufen

Ober-Roden - (chz) Die erste Gockel-LAN-Party wurde von allen Teilnehmern als großer Erfolg gesehen, und gerade die Jüngeren waren so begeistert, dass sie ohne Schlaf die Nacht durchmachten.

„Gockel Gaming 2009“, eine 24-Stunden-LAN-Party für Jugendliche ab zwölf Jahren, ließ im evangelischen Gemeindehausdie Computer heißlaufen und bescherte manchen Teilnehmern eine Nacht ohne Schlaf. Die Evangelische Jugend unter der Leitung von Gemeindepädagoge Frank Daxer hatte erstmalig eine solche über Computernetzwerke gesteuerte Spiele nacht auch für Jüngere ausgeschrieben, und dreizehn Teilnehmer zwischen 14 und 24 Jahren hatten keinerlei Berührungsängste ob dieses Unterschieds.

„Ich kenne wenige Aktivitäten im Jugendbereich, die man so leicht altersübergreifend machen könnte - das ist schon fast eine Marktlücke“, beobachtete Frank Daxer. Entsprechend kamen die Jugendlichen aus etlichen Nachbargemeinden von Langen bis Offenbach, darunter Lena Matthes (20) als einzige Frau. „Wir sind hier schon fast eine Jugendbegegnungsstätte.“

Äußerlich unterschieden sich die Spieler in die Gruppe der zumeist Älteren, die mit ihrem Rechner, mit Tastatur und Maus anreisten, und die meist jüngeren Laptopbenutzer, und auch die Sprache ist spielebedingt leicht verschieden, stellte Martin Müller (21), Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr in der Gemeinde und Mitorganisator, schmunzelnd fest.

Die erste Gockel-LAN-Party wurde von allen Teilnehmern als großer Erfolg gesehen, und gerade die Jüngeren waren so begeistert, dass sie ohne Schlaf die Nacht durchmachten. Gespielt wurde vor allem „Warcraft 3“ (ein so genanntes Echtzeit-Strategiespiel), „World of Padman“ (ein „Ego-Shooter“, bei dem der Spieler den Gegner meist durchs Zielfernrohr sieht), und das Autorennspiel „Flatout 2“. Die Turniere wurden über den Beamer auf die große Leinwand übertragen, so dass auch Ausgeschiedene mitfiebern konnten. Mit Kinogutscheinen, Überraschungseiern und Urkunden wurden die Sieger geehrt.

Mehr zum Thema:

Portal zur LAN-Party

Wikipedia LAN-Party

Gegen Ende kam‘s zum großen Showdown Mensch gegen Maschine: alle gemeinsam spielten bei „Towerdefense“ an ihren Rechnern gegen den Computer, bauten Türme und mussten zum Gewinnen eng zusammen arbeiten. „Es hat unheimlich unser Gruppengefühl gestärkt, und jeder freute sich, gemeinsam etwas geschafft zu haben“, fasste Martin Müller zusammen.

Wie bei dieser Schlussoffensive war jedoch über die gesamten 24 Stunden zu beobachten, wie unabhängig vom Alter die Jugendlichen sich Tipps gaben, ihre Erfahrungen austauschten, absolut kommunikativ miteinander umgingen, viel lachten und am Ende hundemüde, aber glücklich heimgingen. Gemeindepädagoge Frank Daxer, der auch schon im Rahmen der Ökumenischen Erwachsenenbildung Rödermark einen Informationsabend für Eltern und Interessierte zum Thema „Computerspiel: Kinder und Jugendliche zwischen Sehnsucht und Provokation“ gehalten hatte, hatte im Vorfeld der LAN-Party einen Gesprächsabend für Eltern angeboten, der auch genutzt wurde.

Nach den guten Erfahrungen steht die nächste Gockel-LAN-Party schon fest im Programm.

Der Computer ist für Jugendliche längst das Spielzeug Nummer eins, ihr Leben spielt sich buchstäblich online ab. Doch im Gegensatz zur LAN-Party unter Aufsicht gibt‘s im Internet kaum Kontrollen. Eltern sorgen sich zudem um das Suchtpotenzial von „World of Warcraft“ & Co. Die Rodgauer Grundschullehrerin Maike Wörsching hat diesen Aspekt im Rahmen ihrer Examensarbeit beleuchtet:

Internet-Sucht ist wissenschaftlich noch nicht exakt definiert. Aber Eltern sollten hellhörig werden, wenn...

...Jugendliche 20 und mehr Stunden pro Woche am Computer spielen,

...Jugendliche sauer reagieren, sobald sie ihre Internetnutzung einschränken sollen,

...Jugendliche Freunde oder Hobbys vernachlässigen,

...die Leistungen ihrer Kinder in Schule oder Ausbildung schlechter werden,

...Jugendliche ohne PC mit ihrer freien Zeit nichts anzufangen wissen.

Am stärksten gefährdet sind nach Angaben der in der Examensarbeit zitierten Wissenschaftler Jugendliche unter 15 Jahren, dann folgt die Altersgruppe bis 18. Sie vermuten daher, dass Internet-Abhängigkeit oder gar -Sucht jugendtypische Probleme sind. lö

Quelle: op-online.de

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