Freie Wähler haben neuen Vorsitzenden

Peter Schröder Nachfolger von Ingolf Heiß

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Peter Schröder (3. von links) ist neuer FWR-Vorsitzender, Manfred Rädlein (links) und Gerd Gries (4. von links) sind seine Stellvertreter. Hans-Dieter Scharfenberg (Schriftführer), Siegfried Kupczok (Pressesprecher), Ullrich Czerwinski und Klaus Huthmann (Beisitzer, von links) komplettieren die Spitze der Freien Wähler.  

Rödermark - Die Freien Wähler Rödermark (FWR) haben einen neuen Vorsitzenden. Peter Schröder (61) wurde bei der Hauptversammlung zum Nachfolger von FWR-Gründer Ingolf Heiß gewählt, der sich ganz aus der Spitze zurückzieht.

„Ich habe meine Arbeit gemacht“, begründete Heiß diesen Schritt. Er hatte sich wegen des Fluglärms von und nach Egelsbach politisch engagiert.

Peter Schröder, einer von zwei FWR-Stadtverordneten, will den Kurs „des Vereins konsequent fortsetzen“. Eine Partei wollten die Freien Wähler nämlich noch nie sein, das klang den sieben Gründern zu sehr nach politischem Establishment. Und von dem wollten sie sich absetzen.

Selbst zu den Freien Wählern in Bund und Land geht der neue Vorsitzende auf Distanz: „Wir wollen für Rödermark dasein und machen kommunalpolitische Arbeit ohne Einmischung von oben.“

Größte Baustelle für Schröder und seine Mannschaft bleibt der Haushalt. FWR-Fraktionsvorsitzender Manfred Rädlein befürchtet, dass der neue Kämmerer, Bürgermeister Roland Kern, vom Sparkurs abrückt und kräftig weiter Schulden macht. Das Haushaltsdefizit geht 2014 nicht wie im Schutzschirmvertrag mit dem Land vereinbart zurück, sondern steigt um fast zwei Millionen auf knapp 7,9 Millionen Euro. Rädlein: „Das ist ein rechtlich bindender Vertrag, dessen Verletzung Roland Kern mit einem Plädoyer begründet, das auf Sand gebaut ist.“ Kern setzt auf ein Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs, der eine Neuregelung des kommunalen Finanzausgleichs bis 2016 fordert.

Keine Nein-sager vom Dienst

Die FWR bezweifeln, dass diese Rechnung aufgeht und führen ausgerechnet Kerns Parteifreund Reimund Butz als Kronzeugen ins Feld. Der ist Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag und geht davon aus, dass der vergleichsweise einnahmestarke Kreis Offenbach auch 2016 nicht wesentlich mehr Geld vom Land erhält.

Rödermark müsse selber sehen, wie es Geld in die Kasse bekommt, verlangt die FWR-Spitze. Neue Industriegebiete brächten neue Gewerbesteuern. Aber da sei die Koalition aus CDU und AL der „größte Bremser bei der Stadtentwicklung“.

Trotz teils heftiger Kritik an den vier übrigen Parteien im Parlament wollen die FWR keine Nein-Sager vom Dienst sein. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir Anträge nicht deshalb ablehnen, nur weil sie aus einer anderen politischen Richtung kommen“, gibt Fraktionsvorsitzender Rädlein die Richtung im Parlament vor und ergänzt: „Wir wollen mitgestalten, ohne uns zu verbiegen.“

Der neue Vorsitzende Peter Schröder kam 1974 aus Norddeutschland nach Ober-Roden und nennt sich einen „echten Rödermärker“. Er wohnte schon im Breidert, in Waldacker und in Urberach. Beim MTV managt er die Volleyballabteilung und hat 2007 zum Rödermark-Festival das große Beachvolleyball-Turnier im Zentrum von Urberach organisiert.

Politisches Elternhaus

Schröder ist ein durch und durch politischer Mensch. Sein Vater war 31 Jahre Bürgermeister in der Nähe von Bremen, sein Großvater fünf Jahre. Dann setzten die Nazis ihn ab, weil er den Hitler-Gruß verweigerte.

Persönliche Ambitionen aufs höchste politische Amt in Rödermark hat Peter Schröder aber nicht. Wenn 2017 Roland Kerns zweite Amtszeit ausläuft, ist er zu alt für eine Kandidatur. 

Quelle: op-online.de

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