Elmar und Eberhard Jung

Pfarrer im Doppelpack

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Dankbare Freude für diesen Tag war im Gottesdienst wie beim anschließenden Empfang beiden Brüdern ins Gesicht geschrieben. Sowohl dem Rödermärker Pfarrer Elmar Jung (Mitte links) wie seinem älteren Bruder Eberhard, der in der Nazariuskirche sein Goldenes Priesterjubiläum feierte.

Ober-Roden - Gemeinsam mit Verwandten und Freunden und vielen Gemeindegliedern feierte Pfarrer Eberhard Jung, der Bruder des Ober-Röder Pfarrers Elmar Jung, sein Goldenes Priesterjubiläum in der Pfarrkirche St. Nazarius.

„Warum hier und nicht in einer seiner zwölf früheren Pfarreien?“ fragte der jüngere Bruder Elmar Jung und gab selbst hocherfreut die Antwort darauf: „Mein Bruder hat sich entschlossen, seinen Lebensmittelpunkt jetzt in seinem Ruhestand nach Ober-Roden zu verlegen. Er wohnt seit 1. August im Breidert!“.

Beide Pfarrer, die beim Festgottesdienst in Ober-Roden von mehreren Amtsbrüdern begleitet wurden, ließen die Freude erkennen, die ihnen diese Fügung bereitet. Für den amtierenden Gemeindepfarrer ist es eine deutliche Erleichterung, denn er weiß seinen Bruder nun weiterhin als zuverlässige Vertretung vor Ort, wenn er selbst bei einem seiner regelmäßigen Indienbesuche unterwegs ist.

Vertretungsdienste ab jetzt deutlich einfacher

Für den Älteren sind die Vertretungsdienste ab jetzt deutlich einfacher zu handhaben. Und auch die Gemeinde hat allen Grund zur Freude, denn sie kennt Pfarrer Eberhard Jung (74) schon seit vielen Jahren, was auch Pfarrgemeinderatsvorsitzender Stefan Hoffmann betonte: „Von ihrer fröhlichen, humorvollen und charmanten Art sind nicht nur die Jugendlichen, bei denen sie öfter aushelfen, sondern wir Erwachsenen immer wieder begeistert.“

Da sich der Jubilar persönliche Geschenke verbeten hatte, überreichte er ihm statt dessen einen Zuschuss zu zwei von Eberhard Jung benannten Projekten: dem Kirchendach der Nazariuskirche und einer Kirchenglocke für ein Dorf in Indien. Pfarrer Elmar Jung übergab seinem Bruder den Neubürgerbrief, zusammen mit einer Ikone und einer Flasche des Pfarrgarten-Traubengeistes.

In seine Festpredigt hatte Pfarrer Elmar Jung die Familiengeschichte mit der Berufung aller drei Brüder (der mittlere verstarb früh) in den priesterlichen Dienst eingebaut. Am 28. Juli 1963 war Eberhard Jung von Bischof Hermann Volk zum Priester geweiht worden; danach hatte er in zwölf Gemeinden als Seelsorger gewirkt, stets zur Ehre Gottes und ihm zum Dank.

„Nicht nur mein Beruf – mein Leben“

„Priester zu sein: das ist nicht nur mein Beruf – das ist mein Leben“ hatte Eberhard Jung seinem Bruder Elmar im Gespräch erst vor kurzem anvertraut. Schmunzelnd bedankte sich der ältere Bruder bei seinem Festprediger: „Ich habe immer gesagt, man soll den Jüngeren auch mal eine Chance geben!“ und begrüßte mit einem Zitat auch seine zukünftigen Mitbürger: „Heimat ist dort, wo man Freunde findet, und nicht immer der Ort, wo meine Wiege stand.“

Nach der Messe, die vom Kirchenchor festlich gestaltet wurde, hatten alle Gäste die Möglichkeit, Pfarrer Eberhard Jung persönlich die Hand zu schütteln und ihn in Ober-Rodens Mitte willkommen zu heißen, was er mit den launigen Worten entgegennahm: „Was soll ich da sagen? Ganz guter Anfang, von mir aus gesehen!“ 

chz

Quelle: op-online.de

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