Mit grüner Technik zu schwarzen Zahlen

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Rund 100 Rodgauer und Rödermärker besuchten den Infoabend zur Energie-Genossenschaft.

Ober-Roden (ey) - „Wir wollen Ihnen vermitteln, dass es eine wunderbare Motivation sein kann, die Energiewende gemeinsam voranzubringen“, warb Michaela Martin zu Beginn der Informationsveranstaltung zur Bürger-Energie-Genossenschaft Rodgau/Rödermark um Gemeinsinn.

Die Rechtsanwältin aus Waldacker, die eine der Initiatoren der geplanten Genossenschaft ist, betonte vor knapp 100 Zuhörern im Kulturhallenfoyer aber auch, dass es das Ziel ist, rentabel zu wirtschaften. „Wir wollen unter Beweis stellen, dass man mit grüner Technik schwarze Zahlen schreiben kann.“

Mit vier Projekten wollen die Initiatoren an den Start gehen. Neben der Feuerwache Rodgau-Süd will die noch zu gründende Genossenschaft auch die Dächer der Kulturhalle, der Sporthalle Ober-Roden und der Berufsakademie in Urberach für eine Investitionssumme von insgesamt rund 330.000 Euro mit Photovoltaikanlagen chinesischer Hersteller ausstatten. Mindestens 20 Prozent dieser Kosten sollen durch Einlagen der Genossenschaft abgedeckt werden. Für das Dach der Rodgauer Feuerwache habe man die Zusage zur Nutzung, erklärte Mitiinitator Volker Feldmann.

Schwarze Zahlen schreiben

Für die drei Rödermärker Dächer müssten noch Gespräche, unter anderem über Mietkonditionen, geführt werden. Sobald die Zusagen vorliegen, soll die Genossenschaft gegründet werden. Feldmann: „Mit diesen vier Starterprojekten glauben wir, dass wir schwarze Zahlen schreiben können!“

Volker Feldmann gehörte zu einer Gruppe, die bereits Anfang März eine auf Rodgau beschränkte Energie-Genossenschaft gründen wollte. Nachdem die Bundesregierung die Einspeisevergütung für Solarstrom deutlich kürzte, vertagte man dieses Vorhaben und hat nun die Rödermärker mit ins Boot geholt. Gemeinsam könne man effizienter arbeiten, bündele Wissen, senke die Kosten und habe eine breitere Finanzbasis, erklärten die Initiatoren. Heinz Weber, einer der Rödermärker Mitstreiter, lobte am Donnerstag die Vorarbeit der Rodgauer Kollegen.

Genossenschaft als Rechtsform

Für die Genossenschaft als Rechtsform hat sich die Gruppe entschieden, da sich hier viele Bürger auch mit relativ niedrigen Beiträgen beteiligen können. „Das ist unserer Meinung nach die beste Rechtsform, um Selbstverwaltung und Selbstbeteiligung zu realisieren“, so Michaela Martin. Die Genossen haben vor, dass Anteile bereits ab 100 Euro und bis zur einer Höchstgrenze von 10.000 Euro erworben werden können. „Wir versuchen, möglichst viele Menschen mitzunehmen. Je mehr Leute dabei sind, desto mehr identifizieren sich auch damit“, erläuterte der ehrenamtliche Rodgauer Stadtrat Franz Dürsch.

„Wir fangen mit Photovoltaik an, weil das von der Abwicklung am einfachsten und am risikoärmsten ist“, erkärte Michaela Martin. In der Folge sollen weitere Techniken hinzukommen. „Wir wollen regenerative Energiequellen voranbringen. Warum sollen wir das Potenzial weggeben an irgendwelche fernen Kraftwerksbetreiber?“

Quelle: op-online.de

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