Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

Pistole war im Safe gut aufgehoben

Urberach - Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat die Ermittlungen wegen einer Pistole im Safe des Ordnungsamtes eingestellt. „Es hat keinen Verstoß gegen das Waffengesetz gegeben“, erklärte Pressesprecher Sebastian Zwiebel gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Von Michael Löw

Die Staatsanwaltschaft hatte seit Mai gegen einen aktuellen und einen ehemaligen Mitarbeiter des Ordnungsamtes ermittelt.

Nach einem anonymen Hinweis hatte damals die Waffenbehörde des Kreises Offenbach im Rathaus Urberach kontrolliert und eine halbautomatische Pistole im Tresor des Fachdienstes Öffentliche Sicherheit und Ordnung gefunden. Der Kreis übergab den Fall umgehend der Staatsanwaltschaft.

Im Lauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Waffe - ohne Munition - seit 2003 in Ordnungsamt lagerte. Ein Ordnungspolizist hatte sie bei seiner Pensionierung „nach Absprache“ (Zwiebel) dort deponiert. Und zwar in einem separat verschließbaren Fach des Tresors.

„Für dieses Fach hatte nur der Rentner einen Schlüssel“, erläuterte Zwiebel. Kein Mitarbeiter des Ordnungsamt hätte also Zugriff auf die Pistole, die auch legal gekauft worden war, gehabt. Der Ex-Kollege wiederum wäre alleine gar nicht an das Fach im verschlossenen Safe gekommen. Konsequenz nach zweieinhalb Monaten staatsanwaltschaftlicher Ermittlung: alles legal.

Warum sich das Verfahren so lange hinzog, konnte sich auch Behördensprecher Zwiebel nicht erklären. Der Einstellungsbescheid trägt das Datum vom 17. Juli, zur Poststelle ging er erst am 14. August. Unsere Zeitung hatte in den vergangenen Monaten immer wieder nachgehakt, mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen aber bis gestern keine Antwort bekommen.

„Wir haben nichts anderes erwartet“, kommentierte Bürgermeister Roland Kern gestern Mittag die Einstellung des Verfahrens.

Quelle: op-online.de

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