Pizza-Gegner rufen Verwaltungsgericht an

Ober-Roden - (lö) Das Verwaltungsgericht Darmstadt soll entscheiden, ob Francesco Colella in seinem Reihenhaus in der Saalfeldener Straße eine Pizzeria mit rund 15 Plätzen und Außer-Haus-Verkauf betreiben darf. Rechtsanwalt Peter Mouqué, Colellas unmittelbarer Nachbar, hat im Namen von 23 weiteren Anwohnern Klage eingereicht: Ist die gewerbliche Nutzung der Einliegerwohnung rechtens?

Die Pizza-Gegner, laut Mouqué rund 250, sind der Meinung, der Kreis hätte die Nutzungsänderung ablehnen müssen, weil eine Gaststätte nicht ins Breidert passt. Sie fürchten Küchengerüche, den Krach motorisierter Kunden und Freiluft-Gastronomie im Sommer.

Das Gericht hat die Kläger vorsorglich darauf hingewiesen, dass sie mit mindestens zwei Jahren Verfahrensdauer rechnen müssen, obwohl Francesco Colella sein Lokal im Frühjahr eröffnen will. Der Richter hat deshalb eine Mediation - eine Art Vergleich ohne Prozess - angeregt.

Die Suche nach einer solchen Lösung ist gelinde gesagt schwierig. Beide Seiten führten zunächst einen Kleinkrieg mit Transparenten. Beschimpfungen, Farb- und andere Schmierereien, Wasserattacken und unerlaubte Filmaufnahmen verhärteten die Fronten zusätzlich.

Francesco Colella baut die Einliegerwohnung trotz der Klage um. „Ich muss weitermachen, weil ich schon sehr, sehr viel Geld investiert habe. Es geht um meine Existenz“, sagte er gestern Nachmittag gegenüber unserer Zeitung. Er habe das Haus gekauft, weil es in einem allgemeinen Wohngebiet liegt, in dem Gaststätten erlaubt sind.

Peter Mouqué und seine Nachbarn halten aber auch diesen Teil des Breidert für ein reines Wohngebiet, in dem gewerbliche Nutzung nur der unmittelbaren Nahversorgung dienen darf.

Daher beschäftigt der Status des Breidert auch die Politik. CDU und FDP wollten ihn in der März-Sitzung des Stadtparlaments komplett zum reinen Wohngebiet umwandeln. Auf Betreiben der Liberalen wird der Antrag aber geschoben. FDP-Fraktionsvorsitzender Hans Gensert will zunächst abwarten, ob Freiberufler auch in einem reinen Wohngebiet neue Büros eröffnen dürfen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare