Pizzeria im Reihenhaus rechtens

Ober-Roden - (lö) Gastwirt Francesco Colella darf in seinem Reihenhaus im Breidert weiter Pizza backen. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat am Montag entschieden, dass ein solches Lokal in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig ist und Nachbarn die mit einem ordnungsgemäßen Betrieb verbundenen Belästigungen hinnehmen müssen.

Die Darmstädter Richter haben die Klage von Colellas direktem Nachbarn, dem Rechtsanwalt Peter Mouqué, und 23 weiteren Anliegern abgewiesen. Sie hatten die Bauaufsicht des Kreises Offenbach zum Einschreiten aufgefordert, weil dieser Teil des Breidert ihrer Meinung nach ein reines Wohngebiet ist. Trotz des im März begonnenen Rechtsstreits hatte Colella die Pizzeria vor den Sommerferien eröffnet.

Die Besonderheit lag auch darin, dass in der näheren Umgebung der Gaststätte in den vergangenen 30 Jahren ausschließlich Wohnnutzung vorzufinden war“, erläuterte Jürgen Gasper, der Sprecher des Verwaltungsgerichtes, die Bedeutung des Falles. Die Kläger und 250 weitere Nachbarn aus dem Breidert hatten Unterschriften gegen die Pizzeria gesammelt. Ihrem Unmut machten sie auch durch „Pizza & Pasta nein danke!“-Transparente an ihren Häusern Luft. Gegenseitige Vorwürfe von Bespitzelung bis Sachbeschädigung machten den Dialog zwischen den Konfliktparteien unmöglich.

Das Verwaltungsgericht hat jetzt klar Position bezogen: Nach den baurechtlichen Bestimmungen bestehen gegen die in einem allgemeinen Wohngebiet gelegene Pizzeria keine Bedenken.

Colellas Gaststätte mit 14 Sitz- und 4 Thekenplätzen dient nach der Überzeugung des Gerichts der Versorgung des Gebiets. Das Gericht hatte sich in einem dreistündigen Ortstermin einen Eindruck von der Umgebung gemacht. Eine dabei angeregte gütliche Einigung ist indes nicht zustande gekommen. Zu verhärtet waren die Fronten.

Lärmbelästigungen und Verkehrsprobleme gab‘s nach dem Start der Pizzeria nicht, das hatten auch mehrere Nachbarn eingeräumt. Die von nur noch einigen Klägern geltend gemachten Geruchsbelästigungen haben nach der Auffassung des Gerichts das ortsübliche Maß nicht überschritten. Von Bedeutung war hier auch, dass die der Küche unmittelbar gegenüber wohnenden Nachbarn keine Geruchsbelästigungen reklamiert hätten, wohl aber weiter entfernt lebende.

Quelle: op-online.de

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