Demenzgruppe „Leuchtturm“ hat neuen Treffpunkt

Platzprobleme haben jetzt ein Ende

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Im Bürgertreff wird es zu eng. Die derzeit zehn Gäste, zu denen in Kürze weitere hinzukommen, und die sieben Betreuer ziehen deshalb zum Februar ins Franziskushaus in Urberach um. Foto:

Waldacker/Urberach – Die Demenzgruppe „Leuchtturm“ der Arbeiterwohlfahrt trifft sich ab Februar nicht mehr im Bürgertreff Waldacker, sondern im Franziskushaus der Caritas in Urberach, Ober-Rodener Straße 18 bis 20. An den Zeiten ändert sich nichts: jeden Montag von 13.30 bis 17. 30 Uhr.

Ein Leuchtturm zieht normalerweise nicht um – sonst verlieren die Betrachter die Orientierung. Doch beim „Leuchtturm“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Begegnungsstätte für demenzerkrankte Menschen, wird die Orientierung ganz sicher mitgenommen.

Die Gruppe, die seit ihrer Gründung vor fast 13 Jahren im Bürgertreff Waldacker beheimatet war und sich dort zuletzt in einem extrem kleinen Raum treffen musste, hat nach einem neuen Domizil gesucht und eines gefunden. Derzeit besuchen regelmäßig fünf Männer und fünf Frauen die Treffen. Dazu kommen voraussichtlich in Kürze zwei weitere – zusammen mit den sechs Betreuerinnen und der Gruppenleitung ein untragbarer Zustand, zumal auch noch Kaffee gekocht, Musik gemacht, gebastelt, gespielt und manches mehr in diesem einen Raum wurde.

Im neuen Zuhause, dem Franziskushaus in Urberach, werden alle aufatmen, denn im dortigen Gemeinschaftsraum ist genug Platz auch für die Programmpunkte nach dem wöchentlichen Kaffee und Kuchen wie etwa mit dem Schwungtuch arbeiten oder mit Bällen.

Für die „Leuchtturm“-Gäste ändert sich außer einem neuen Ambiente nichts – auch nicht die Fahrdienste der Kirchengemeinden etwa, die jeder in Anspruch nehmen kann. Sie gehen reibungslos weiter, nur mit neuem Ziel.

Barbara Kron (59) ist seit Mai vergangenen Jahres Organisatorin und Chefin des ,,Leuchtturms“, seit ihre Vorgängerin Helga Möller Richtung Norden weggezogen ist. Die ausgebildete Krankenschwester lebt schon 19 Jahre hier. Viereinhalb Jahre hat sie bei Artemed gearbeitet, davor in verschiedenen Asklepios-Kliniken. Drei Jahre machte sie eine Ausbildung als Tanztherapeutin sowie eine Weiterbildung zur Demenzbetreuung. „Unser Ziel ist es, dass die Gäste hier aus ihrem täglichen Alltag etwas herauskommen und sich wohl fühlen.“ Damit das Wohlfühlen auch klappt, sorgt Barbara Kron für eine gute Mischung: „Ich besuche die Gäste erst mal zuhause, ehe sie herkommen, und stelle den Leuchtturm vor. Damit können wir von beiden Seiten ein Gefühl bekommen, ob es passt.“ Nicht jeder würde sich in diesem Kreis wohl fühlen; psychisch Erkrankte etwa sind im Psychosozialen Zentrum der „Brücke“ besser aufgehoben. Doch wenn es passt, wird es auch ermöglicht.

Auch die angebotenen Angehörigenabende nehmen alle gern in Anspruch, ebenso die Möglichkeit, Barbara Kron bei häuslichen Problemen rund um den Demenzerkrankten anzurufen. Für die eigenen Mitarbeiter gibt es Fortbildungen, vor allem aber auch eine vierteljährliche Supervision, in der alle Mitarbeiterinnen Problemfälle ansprechen können und hierfür Rat und Hilfe bekommen. Ihr Grundgedanke ist stets: Wie erreiche ich die Besucher? „Es geht immer nur ums Gefühl, aber das ist immer da. Da appelliere ich auch an meine Mitarbeiterinnen: Geht über das Gefühl; der Verstand muss manchmal ausgeschaltet werden.“

Erster Eindruck zählt - Das richtige Pflegeheim finden

Der „Leuchtturm“ ist nur eine von mehreren sozialen Hilfen, die der Ortsverein Rödermark im AWO-Kreisverband Offenbach für die Bürger anbietet. Neben der Arbeit mit Demenzkranken im „Leuchtturm“ ist dies vor allem Einzelfallhilfe möglich. Geplant sind wieder eine monatliche Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige sowie ein Besuchsdienst für alleinstehende Senioren. Dazu kommt vor allem ein sehr beliebtes, reichhaltiges Angebot an Fahrten für Senioren: monatliche Tagesfahrten ebenso sowie jährliche Urlaubsreisen. Doch auch für die ganz Jungen ist die AWO da mit ihrem Krippenhaus „Herzenskinder” und dessen Förderverein. Die AWO-Vorsitzende in Rödermark ist Margot Acht. Kontakt: AWO Ortsverein Rödermark, Goldammerweg 5, 63222 Rödermark, z 06074 3014011. (chz)

Quelle: op-online.de

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