Polizei-Einsatz auf dem Pausenhof

Ober-Roden - Razzia oder Routinekontrolle? Eine Polizeiaktion gestern Morgen an der Nell-Breuning-Schule erhitzt die Gemüter. Von Michael Löw

Ein 14-Jähriger hatte seinem Vater berichtet, dass 25 bis 50 Beamte den Schulhof in der ersten großen Pause von zwei Seiten regelrecht gestürmt hätten. Jugendliche und sogar Kinder wären nach allen Regeln der Kunst durchsucht worden und hätten nicht telefonieren dürfen.

Einem Zwölfjährigen hätte ein Beamter sogar mit „einer Ladung Pfefferspray“ gedroht. „Was sollen Kinder und Jugendliche dann von der Polizei halten?“, fragt der Vater.

Henry Faltin von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen erklärte gestern Nachmittag gegenüber unserer Zeitung, dass 15 Beamte von Schutzpolizei und Rauschgiftkommissariat „einige wenige Schüler“ kontrolliert und dabei ein Gramm Marihuana und ein Messer sichergestellt hätten.

Kontrolle auf Wunsch der Schulleitung

Die Jugendlichen seien in der Tat einer Leibesvisitation unterzogen worden: „Vom Hinsehen allein findet man keine Rauschgift-Briefchen.“ Doch die Beamten hätten sich völlig korrekt verhalten.

Die Kontrolle sei in enger Abstimmung mit und auf Wunsch der Schulleitung geschehen. Das bestätigte auch Rektor Jochen Zeller. Vor den Osterferien habe die NBS Hinweise erhalten, dass ein älterer Mittelstufenschüler in der Raucherecke Rauschgift konsumiert und auch zu verkaufen versucht. Der habe mittlerweile Schulverbot.

Schulleitung und Polizei behielten die Sache im Blick, die Kontrolle gestern war die Konsequenz daraus. Jochen Zeller: „Das zog einen zweiten Schulverweis nach sich.“

Zeller geht das Thema Drogen offensiv an. Prävention, Sanktionen und notfalls einmal eine Polizeiaktion sind im lieber als die Dinge unter den Teppich zu kehren.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Tommy S./pixelio.de

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