Polizeihelfer wieder ein Quartett

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Harry Keckeis von der Polizeistation Dietzenbach (links) und Ordnungspolizist Klaus-Dieter-Preuß (2. von rechts) erläuterten den neuen Polizeihelfern Jürgen Broszat und Christian Lombardi (2. und 3. von links) die Einteilung der Streifenbezirke. Michael Noske (rechts) ist schon seit 2005 dabei. 

Rödermark (lö) - Jürgen Broszat (55) und Christian Lombardi (25) sind die beiden Neuen, die den Personalengpass im Freiwilligen Polizeidienst beseitigen. Mit Michael Noske und Dogan Karaüzüm waren zuletzt nur noch zwei Mann auf Streife - zuwenig für einen ordentlichen Betrieb.

Der Freiwilligen Polizeidienst wurde am 12. Mai 2005 in Rödermark eingeführt. Oda Scheibelhuber, Staatssekretärin im Hessischen Innenministerium, hieß vier Männer und eine Frau willkommen. Die Truppe der „Nachbarn in Uniform“ sollte ursprünglich auf zehn Helfer aufgestockt werden. Das hat jedoch nicht funktioniert: Mehrere Freiwillige quittierten den Dienst, einen schickte die Stadt nach Hause: Der Mann hatte sich in Uniform zu wichtig genommen.

„Sehen, melden, Ansprechpartner sein!“ So definierte Harry Keckeis von der Polizeistation Dietzenbach die Aufgaben des Freiwilligen Polizeidienstes. Die Landespolizei ist Dienstherr, das Ordnungsamt koordiniert den Einsatz. Die Polizeihelfer dürfen pro Monat bis zu 20 Stunden auf Streife gehen, sie erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung von sieben Euro die Stunde.

Bürger machen Polizeihelfer auf Missstände aufmerksam

Noske, Karaüzüm, Broszat und Lombardi sollen bei Großveranstaltung wie demnächst der Orwischer Kerb, bei den Fastnachtszügen oder dem Wumbor-Lauf die Ordnungspolizei bei der Verkehrsregelung unterstützen. Während ihrer regulären Streifengänge sollen sie nach defekten Straßenlampen, zugewachsenen Verkehrsschildern und ähnlichen Ärgernissen Ausschau halten, vor allem aber das Ohr am Bürger haben: Die machen die Polizeihelfer immer wieder auf Missstände aufmerksam.

Besondere Aufmerksamkeit sollen sie den Spielplätzen widmen, die abends oft zum Freiluft-Treff für Jugendliche werden. „Aber bitte nicht im Rambo-Art die Bierflaschen umkippen“, gab Ordnungspolizist Klaus-Dieter Preuß den Polizeihelfern mit auf den Weg. Das Gespräch mit den jungen Zechern steht an erster Stelle.

Die Polizeihelfer sind auch nicht die zweite Welle des Ordnungsamtes. Knöllchen dürfen sie nicht ausstellen, das aufklärende Gespräch hat Vorrang.

Das war für Jürgen Broszat der wichtigste Grund, sich für den mäßig bezahlten Dienst zu melden: „Polizei und Ordnungsamt haben mittlerweile so viele Aufgaben, dass sie für Kleinigkeiten wie Fußstreifen keine Zeit mehr haben.“

Genießen mittlerweile einen guten Ruf

Die Präsenz auf der Straße hat dazu beigetragen, dass die anfangs als „Schmalspur-Polizisten“ abqualifizierten Helfer bei den Bürgern mittlerweile einen guten Ruf genießen. Michael Noske kann sich vor lauter Hinweisen oftmals nicht retten.

Ein mulmiges Gefühl oder gar Angst habe ihn in den vergangenen Jahren kein einziges Mal beschlichen, Michael Noskes Pfefferspray blieb immer im Gürtel stecken.

Diese Momentaufnahme aus Rödermark bestätigt auch Klaus-Peter Daube, der Leiter der Polizeistation Dietzenbach: Es habe in beiden Städten noch nie eine Attacke oder Übergriffe gegen die Freiwilligen Polizeihelfer gegeben. Selbst im verrufenen Dietzenbacher Spessartviertel genieße der Dienst hohes Ansehen. Dort laufen unter anderem zwei türkische Studenten Streife.

Quelle: op-online.de

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