Prävention hat viele Gesichter

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Gernot Scholz (3. von rechts), der dienstälteste Helfer des Freiwilligen Polizeidienstes, wurde gestern in den Ruhestand verabschiedet. Ordnungsamtsleiter Manfred Pauschert (links) und Erster Stadtrat Alexander Sturm (2. von rechts), dankten im Namen der Stadt. Martin Brähler, Klaus-Peter Daube und Detlef Bittner (von links) taten’s für die Polizeistation Dietzenbach.

Rödermark (lö) - Der vorbeugende Schutz vor Kriminalität hat in Rödermark viele Facetten: Landes- und Ordnungspolizei arbeiten eng zusammen, der Freiwillige Polizeidienst unterstützt die Profis, das Telefonsystem „Ringmaster“ warnt 1 500 Haushalte und 200 Firmen per Rundruf vor Ganoven, der Präventionsrat knüpft ein Netzwerk, das Verbrechen verhindern will.

Das Gremium aus Behörden, Schulen, Kindergärten, Kirchen und Vertretern des Vereins „Bürger für Sicherheit“ war beim 16. Deutschen Präventionstag in Oldenburg gesuchter Gesprächspartner von Polizeien und Ordnungsämtern auch weit größerer Städte als Rödermark. Die groß angelegte Umfrage zum Sicherheitsempfinden der Bürger, deren wissenschaftliche Begleitung und „Ringmaster“ stießen auf vielfältiges Interesse.

Die aktuellste „Ringmaster“-Warnung erläuterte Ordnungsamtsleiter Manfred Pauschert gestern: Angeblich im Auftrag der Stadt wollte ein Elektriker digitale Telefondosen installieren und verlangte am Telefon die Bankverbindung seiner potenziellen Kunden. Einer 80-Jährigen kam die Masche faul vor. Die alte Dame informierte ihre Tochter, die informierte Pauschert, und der ließ über „Ringmaster“ eine Warnung absetzen.

Zentrale Themen des Präventionstages waren jedoch Internetkriminalität, Cybermobbing und das allzu leichtfertige Zur-Schau-Stellen persönlichster Daten in Facebook und anderen sozialen Netzwerken.

Geschädigte kommen aus allen Altersgruppen

Die Polizeistation Dietzenbach, so ihr Leiter Klaus-Peter Daube, bearbeite an manchen Tagen drei Anzeigen geprellter Kunden, die vermeintliche Schnäppchen im Internet voraus bezahlt, die Ware aber nie gesehen haben. Daube: „Die Geschädigten kommen aus allen Alters- und sozialen Gruppen. Das trifft Rentner genauso wie junge Leute.“

Wolfgang Schaefer, der Vorsitzende des Vereins „Bürger für Sicherheit“, vermisst Medienkompetenz: „Viele Eltern, deren Kinder stundenlang am Computer sitzen, erkennen die Warnsignale nicht: Mobbing- oder Gewaltseiten. Auch viele Lehrer merken’s nicht, wenn Schüler am Schulcomputer solche Seiten aufrufen.“

Greifbarer sind die Probleme, denen sich die Männer des Freiwilligen Polizeidienstes gegenüber sehen, die in Rödermark Streife gehen. Den (dienst-)ältesten Polizeihelfer verabschiedeten Polizei und Stadt gestern in den Ruhestand. Der Urberacher Gernot Scholz war schon kurz nach der Gründung 2005 dabei. Daube und Erster Stadtrat Alexander Sturm würdigten seine Zuverlässigkeit, seine offene Art, auf Menschen zuzugehen, und sein waches Auge. An der Fußgängerampel vorm „Kaufland“ habe Gernot Scholz festgestellt, dass die meisten Senioren die andere Straßenseite erst erreichen, wenn die Ampel schon wieder Rot zeigt. Dank Scholz’ Beharrlichkeit wurde die Grünphase verlängert.

Derzeit tun in Rödermark vier Freiwillige in Uniform Dienst und leisten auf der Straße Präventionsarbeit.

Seit April kommt keine Antwort von der Bahn

Ein weiteres Stück Prävention dümpelt zum Leidwesen von Ordnungsamtsleiter Manfred Pauschert seit Monaten vor sich hin. Die Bahnzentrale hat die Verträge, mit denen sie der Stadt die Videoüberwachung des Bahnhofs Ober-Roden erlaubt, noch immer nicht unterschrieben zurück geschickt. Im April hat das Ordnungsamt die Papiere nach Berlin geschickt...

Quelle: op-online.de

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